jetzt wird ein aufschrei durch die reihen von den lesern gehen: scrum ist management. was ich hier aber meine ist, scrum für die führungskräfte als das zentrale instrument all ihrer entscheide und projekte zu instanzieren, festzulegen. wären wir dann in dieser finanzkrise wie wir jetzt sind? wenn wir die werte und tugenden und richtlinien, die in (xxxx) definiert wurden, achten – hätten dann manager boni und auszahlungen, die jenseits von gut und böse sind? nein, ich negiere nicht die tatsache, dass verantwortung belohnung erfahren darf. es gilt ein prinzip in scrum, welches bereits von jahrzehnten von der betriebswirtschaftslehre definiert wurde: AKV

AKV bedeutet:

  • Aufgabe: ich erhalte, definiere, nehme mir eine Aufgabe wo ich
  • Kompetenz: aufzeigen kann und mich innerhalb der gesteckten ziele lösungsorientiert und mit übernahme von
  • Verantwortung: für die kundengerechte lösung einsetze und gegebenfalls die flaws behebe.

eine aufgabe, die ich aus dem backlog bzw. dem sprint-planning übernehme habe ich durch meine kompetenz für mich in den arbeitspool übernommen und habe die verantwortung, diese innerhalb der definierten zeit, kosten und qualität mit allen mir zur verfügung stehenden mitteln zu realisieren. kompetenz, die ich noch nicht habe, lasse ich mir entweder übertragen durch den scrum-master/das business oder reguliere meine aufgaben so, dass sie in mein kompetenzprofil passen.

also – dieses prinzip wird meines erachtens in der heutigen welt zu hauf mit allen zur verfügung stehenden füssen getreten. aufgaben werden an sich gerissen, ohne dass die kompetenz dazu vorhanden ist, einzig aus dem grund, weil die aufgabe per se einen grossen imagewert hat. imagewert definiert sich wohl aus der wichtigkeit für die unternehmung, kommunikationsfähigkeit und aussengerichtetheit der aufgabe: image(task)=f(importance, communicatability, externality). eine aufgabe hat aber per se noch die zwei weiteren konstitutiven elemente wie oben beschrieben. diese beinhalten innerhalb der kompetenz noch weiter unterefelder: wissen, ressourcen, fähigkeit und fertigkeit (prahalad/hamel lassen grüssen) im bezug auf die aufgabe.

andererseits die kompetenz, die aufgabe selbst richtig zu beurteilen. das setzt ein gewisses mass an selbsterkenntnis und selbstverständnis voraus. und das fehlt meines erachtens vielen managern. manager sein heisst nicht, alles zu können und alles zu wissen, sondern andere dazu zu befähigen, eine aufgabe rasch, qualitativ hochwertig bzw. optimal, fokussiert und zielorientiert und mit bestem einsatz der ressourcen erledigen zu können. und seine eigenen aufgaben ebenfalls gemeinsam mit einem team oder selbstständig zu erfüllen. und diese aufgaben dürfen zwar den eigenen horizont übergehen, jedoch nicht im ozean der unwissenheit oder unbewussten, bewussten inkompetenz untergehen.

verantwortung als letztes, grundlegendes element ist im management überhaupt nur in geringstem masse anzutreffen. die ‘s.y.a.’-policy vieler manager ist bemitleidenswert, aber insofern verständlich, dass sie es selbst nicht besser gelernt haben. die mini-me’s im management sind geradezu erschreckend. verantwortung hat mit etwas zu tun mit ‘antwort’ auf fragen zu geben – wieso was gemacht wurde, wie man was macht oder gemacht hat und wie die autorität begründet ist, dass man etwas so gemacht hat wie man es gemacht hat.

nur ein paar kurze gedanken. und ich denke, dass scrum, die methodik und das vorgehen nach scrum, hier viele antworten oder lösungsansätze bieten kann. aber nur dann, wenn die bereitschaft überhaupt da ist, wie ich schon früher geschrieben hatte.

scrum ist nicht allheilmittel. aber es kann einen weg zeigen, wie man – nicht wie sonst die managementlehrbücher die konsequenzen bekämpft eines handelns, oder medizinisch einer krankheit – sondern die quelle selbst verändert. scrum kann daher eher im sinne einer ganzheitlichen medizin im klassischen östlichen sinne – suche die ursache für eine unbalanciertheit – hilfe leisten. und diese mittel helfen ja auch nur dann, wenn man sich dessen bewusst ist, dass ein ungleichgewicht besteht und man selbst etwas daran ändern möchte.

manager dieser welt – lernt aus scrum und seid endlich ehrlich zu euch selbst! und die, die es sind: bleibt so, macht weiter und ‘spread the word’!

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