ikea-möbel stehen ja nicht gerade aus der masse heraus – sie sind einfach, funktional und in ein paar farben zu bekommen. was aber bis jetzt auf der strecke blieb, war das design. sicherlich, es gibt ein paar motive für die türen und die für billy erhältlichen durchsichtigen glastüren können auch mit eigenen bildern bestückt werden. damit hat sich’s aber auch.
nun hat eine kleine, feine firma mit einer grossen idee eine dienstleistung entwickelt, die genau diese lücke schliesst. einfach und eben auch wiederum im social media umfeld mit crowdsourcing, co-innovation und collaboration aber auch mit der möglichkeit, selbst geld zu verdienen: MyKea ermöglicht es, dass IKEA-möbel aus diversen produktreihen wirklich kundenspezifisch angepasst werden können und die designs – falls man es denn will – auch wiederum online verkauft werden können. MyKea ist eine dänische unternehmung, die personalisierung, innovation, crowdsourcing, customer engagement, coproduction und coearning verbindet. der slogan von MyKea ist einfach und klar:
say NO to NAKED furniture
MyKea bietet neben den üblichen shop-funktionen (ich kaufe bestehende designs für meine IKEA-möbel) auch eine plattform, wo sich jeder als ‘künstler’ betätigen kann (ich verkauf’ meine designs). dafür wird einfach ein design-kit runtergeladen (photoshop oder illustrator) und dann kann’s auch schon losgehen mit dem designen und möbel personalisieren. so kann man eigene bilder, illustrationen, ideen, designs etc entwickeln und dann auch wieder hochladen auf die thisismykea.com-plattform. damit kann man entweder nur sich selber etwas gutes tun oder sein eigenes design dann auch zur verfügung stellen. wenn davon verkauft wird, bekommt man auch etwas zurück von MyKea.
die einfachheit der umsetzung – versandt werden entsprechend geschnittene folien, die dann in einem einfachen prozess aufgetragen werden können.
es wird damit direkt ein zielbündel verfolgt:
- personalisierung von gegenständen ist ja auch ein zeichen von social media bzw. social living.
- tauschen und bewerten von designs – so kann sich jeder als möbeldesigner betätigen, ohne dass die schreinerlehre gemacht werden muss.
- coearning bzw. beteiligung am verkauf und umsatz der eigenen designs. was der community zur verfügung gestellt wird und durch eine person an meinem design bestellt wird, davon bekomme ich einen anteil. meine idee bleibt meine idee.
- community-driven design plattform für IKEA-möbel. hier können sich designer, künstler nun auf einem neuen gebiet austoben und gemeinsam basierend auf bestehenden langweiligen möbeln neues kreieren. kunden von IKEA – der ich ja sein muss – werden so noch mehr mit IKEA verbunden und erhalten möglicherweise im gegenzug dafür mehr kudos und auch einen monetären betrag über MyKea zurück. eine wirklich geniale koexistenz und ich denke, dass man das noch auf weitere gebiete ausdehnen könnte.
vor allem bei letzterem fragt man sich, warum IKEA selbst nicht auf die idee gekommen ist. ich glaube, dass es da einfach auch ein lock-in im denken gibt und dass sich IKEA auf die masse konzentrieren muss, damit sie billig bleiben können. und – warum gibt’s das nicht öfter? bei laptops gibt’s ja – mindestens für alu-macbooks – solche services im kleinen auch. bei autos – nunja, hier ‘hilft’ sich ja jeder auch irgendwie. wieso aber nicht auch dort im sinne einer community folien, designs, ausstattungselemente gemeinsam kreieren, umsetzen, vertreiben? also bestehende produkte in einer gemeinsamen plattform ‘aufzumotzen’.
MyKea bietet potentiell die möglichkeit, diesen service auch weltweit zu nutzen; die limite ist wohl die post und der zoll und entsprechende gebühren. auch hier sollte es mal endlich zeit werden, dass sich diese organisationen überlegen, wie sie social media bzw. der community beihilfe leisten könnten. (das nur als nebenbemerkung). immerhin – IKEA gibt’s weltweit. warum also nicht auch MyKea?
jetzt frage ich mich einfach, wie IKEA darauf reagieren wird. ob überhaupt und wenn wie. positiv? negativ? unterstützend? aufkaufend? – ich hoffe, sie begreifen das potential und es fällt nicht irgendeinem juristen ein, wegen ‘intellectual property’ oder ähnlichem zu klagen.
ich geh jetzt gleich mal mein eigenes design machen…
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claim of influence: dieser post wurde stark beeinflusst vom beitrag von christophe van bael über MyKea; thnx christophe


