Big Data wird zu Smart Data wird zu Small Data

Was so alles immer wieder passiert… Kunden, die zwar Big Data betreiben, aber nichts vom Begriff hören möchten, solche die beginnen damit aber auch noch von ‘Analytics’ sprechen und andere, die darunter ganz was anderes verstehen. Irgendwie ist die Welt multivalent geworden. Aber eins ist sicher – am Thema ‘Verarbeitung von grossen Datenmengen zur Optimierung der Geschäftsprozesse’ werden wir nicht vorbeikommen. Zu gross ist die Datenflut. Zu viele Angebote, Informationen und Werbemuster, die auf uns einprallen und uns immer weniger aktivieren können. Zu viel Spam.

Lassen wir’s dabei

Nennen wir das Kind doch einfach ‘Big Data’ – und subsumieren darunter ‘Smart Data’, ‘Small Data‘ oder wie das Kind auch immer heisst. Es wird immer klarer, dass es verschiedene Vektoren beinhaltet, die das Thema ausmachen:

  • Automatisierung: Es wird immer einfacher, schneller und intuitiver Daten zu durchsuchen und nach ‘Nuggets’ zu forschen. Systeme unterstützen uns darin, Daten zu verbinden, Cluster zu bilden, Muster zu erkennen und daraus Aktionen abzuleiten. Letzteres ist jedoch noch immer mit einer Anstrengung von Nervenzellen – sprich Hirnschmalz – verbunden. Algorithmen sind das eine – Darstellung das andere. Hier gibt es bereits Produkte, die schön aufbereitet Informationen darstellen können im ‘Analysten-Backend’. Reicht nicht… sondern muss auch – und hier kranken noch viele Systeme – die Aufbereitung und Darstellung in den relevanten Ausgangskanälen – sprich: Wie kommt meine Analyse und mein daraus abgeleitetes Angebot auf das Smartphone des Kunden, dass es auch noch gut aussieht…
  • A.I.: Künstliche Intelligenz bzw. maschinenbasiertes Lernen. Kennen wir in Ansätzen schon. ‘Siri – wie spät ist es?’ ‘Morgen wird das Wetter schön’ ;-) Es geht aber weiter: Filmhäuser arbeiten bereits mit Algorithmen, die – basierend auf historischen Daten und Berechnungen sowie Einberechnung verschiedener Abhängigkeiten etc – aufzeigen, wann welcher Film in welchem Kino zu zeigen lohnenswert wäre. Künstliche Intelligenz hilft auch, Sprache zu verstehen, den Sinn zu erahnen und ‘Emotionen’ herauszulesen. Künstliche Intelligenz unterstützt also die Analyse und Aufbereitung der Informationen so, dass daraus valide Muster abgeleitet werden können. Backpropagation sei dank, erfährt das A.I. dann auch, wenn es Mist gebaut hat…
  • Analytics wird Massenware: Noch vor Jahren undenkbar – jetzt Realität. Auf dem PC über das Web kann das Netzgefüge z.b. in LinkedIn analysiert und dargestellt werden. Visualisieren von grossen Datenmengen ist für die Masse angekommen. Infographics sei dank (nein, nicht wirklich). Google Trends, Google Fusion oder manyeyes von IBM können dazu genutzt werden, rasch grosse Datenmengen zu analysieren und aufzubereiten. Die einfache Bedienung und die teilweise bereits recht nette Aufbereitung macht sogar vielleicht immer mehr Menschen Spass. Doch – Big Data benötigt eben auch immer mehr personalisierte Daten. Das ‘Internet der Dinge’, das ‘meshnet’ von Mensch, Wearables, Sensorik und anderen Signalen von Smartphone und unseren Bewegungsdaten ist die Grundlage des ‘Ghost in the Box’, der algorithmisch uns aufbereitet und das ausspuckt, was uns am nächsten sein wird/sollte/könnte.  Persönliche Daten werden alles beeinflussen: von unseren Kaufgewohnheiten, unseren täglichen kleinen Entscheidungen bis hin zur Arbeit und Freizeit – und Datability wird hoffentlich Common Sense.
  • Die Cloud: Cloud Computing und Big Data sind irgendwie seelenverwandt. Und irgendwie auch nicht. Verwandt insofern, dass Cloud die Verfügbarkeit zulässt, die dynamisch benötigt wird und auch die API zur Verfügung stellt, die es ermöglicht, dass viele Benutzer die Funktionalitäten nutzen können in dem Ausmass, wie sie es benötigen. Nicht verwandt, weil sie irgendwie doch ganz anders sind: wenn uns Big Data sagt, dass wir empfänglich für ein Fahrrad sind, sollte uns die Cloud auch sagen können, wo die nächsten schönen Wege zum Biken sind. Also irgendwie schon was ganz, ganz anderes… aber eben auch nicht. (ob ich hier noch ein bisschen elaborieren sollte – aber nicht heute)
  • Das Gesetz: Dazu habe ich glaube ich bereits alles im Artikel zu Datability gesagt. Oder nicht…

Bleibt es spannend? Definitiv. Was meint Ihr?