immer wieder die frage, warum social media und warum einsteigen. naja, sicherlich gibt’s für gewisse unternehmen viele gründe, nicht in das social network einzusteigen. vielleicht, weil das geschäft per se im dunkeln bleiben soll oder die kunden nicht offen werden wollen oder eben keine probleme vorhanden sind in der kundenkommunikation. oder man meint es. oder dass das thema nicht dermassen gestaltet ist – finance ist wohl so ein Beispiel wo dieser gedanke immer wieder aufkommt. aber ist nicht gerade hier einer der aspekte von social media spannend: monitoring bzw. lernen über den kunden und über viele kanäle und medien mit ihm zu interagieren?

social media in 2 minutes – cooles video mit fetzigem sound. schon ein bisschen älter, aber ein paar gründe gibt’s:

 

vor rund einem halben jahr habe ich mein konto bei einer bekannten schweizer grossbank geschlossen. alle meine karten habe ich entsprechend hinterlegt bzw. vernichtet und damit auch die visa-kreditkarte, die zu diesem konto lief. heute 2.4. erhielt ich einen brief von der swisscard aecs ag per dato 1.4. (april, april), der mir mitteilt, dass ein lastschriftverfahren nicht mehr funktioniert hat und die ‘letzte monatsrechnung nicht bezahlt wurde’.

liebe aecs, liebe credit suisse: wie kann eine kreditkarte belastet werden, wenn diese per se nicht mehr aktiv ist und zurückgesandt wurde bzw. vernichtet worden ist? ich habe das konto gekündigt und damit meine geschäftsbeziehung zur bank beendet. ich erwarte von einer bank, dass dann alle bestehenden verbindungen egal welcher art direkt sistiert werden und keine belastungen mehr auf eine kreditkarte gemacht werden können, die offensichtlich seit oktober 2010 nicht mehr aktiv ist. ich finde es bedenklich, dass der datenaustausch nicht funktioniert. oder sind die belastungen noch vor der kündigung? wie finde ich das raus? kann mir da jemand helfen?

und übrigens: meinen neuen wohnort hatte ich auch mitgeteilt. zentral bei cs. und ich glaubte bisher, dass cs und aecs daten austauschen. ist dem nicht so? dann kann euch vielleicht dieser service weiterhelfen.

einmal mehr ein schlechtes kundenerlebnis im finance-umfeld. wieso klappt es bei allen consumer-firmen inzwischen so gut, nur im banking und insurance nicht? nunja, vielleicht kann euch ja diese firma hier weiterhelfen.

so. jetzt werde ich halt versuchen, ob ich noch ins directnet komme von damals und schauen, ob ich dort irgendwas finde. wäre nicht erstaunt, wenn das auch noch immer aktiviert ist.

 

bei chip gibt’s ein buch zu social media zu gewinnen. notabene heisst das buch ja auch schlicht und einfach “social media”. für die teilnahme genügt ein facebook-account und ein klick auf den ‘gefällt mir’ knopf von ebendem sozialen netzwerk. und dann findet am 1. märz 2011 eine verlosung statt.

ich finde das ganze etwas zu einfach. spannend wäre doch gewesen, zumindest ein, zwei fragen zu social media beantworten zu müssen oder dürfen. immerhin erhalten die chip’s nun zugang zu (stand 26.2.2011) 405 profilen und werten diese hoffentlich gemäss buchinhalt aus. oder nicht?

die bewertung von chip für das buch ist mit drei von fünf punkten für die gesamtbewertung und zwei von fünf für preis-leistung sowie 1 punkt für den anspruch ziemlich klar für einsteiger bestimmt. allerdings ist dann die gesamtbewertung eher zu gering.

nunja, um produkte publik und unter die leute zu bringen, ist jedes mittel recht. immerhin hab ich jetzt auch schon drüber geschrieben. oder anders gesagt: ich bin gespannt.

allerdings wäre es im sinne einer echten wettbewerbs-idee noch wirklich spannend gewesen, mehr über die teilnehmenden und deren beziehung zu social media rauszufinden – wie bereits erwähnt. wer social media bewertet, sollte auch ein bisschen etwas daraus machen. 405 teilnehmer z.b. nur einfach zu fragen, wo sie social media einsetzen (supportanfragen, retweet, netzwerken, info publizieren/abonnieren…) wäre schon spannend. oder etwas über die konformanz von buchzielgruppe und teilnehmenden (wie lange social media nutzer, wie lange web…). ich glaube, so hätte chip und addison-wesley einen echten mehrwert. oder kriegt ihr das dann alles über facebook raus ;-)

 

sarah palin hat da was kleines verwechselt. sagen wir mal, dass es im eifer des redens geschah…

 

wenn mit social crm (SCRM) eine vollumfassende abdeckung aller aspekte im kundenkontakt gemeint wird und die abdeckung des durch den kunden initiierten gesprächs mit einer unternehmung integriert gesehen wird, glaube ich inzwischen, dass es keine implementierung gegeben hat. das ist auch normal. wir befinden uns im SCRM thema noch in den anfängen und wenn wir annehmen, dass für das ‘normale’ crm eine erstimplementierung im sinne der grundlegenden definition von crm erst nach mehr als fünf jahren realisiert wurde, werden wohl noch einige jahre ins land ziehen, bevor sich SCRM erstmals als projekterfolg feiern lässt.

andererseits wird der markt entsprechend gepusht – und auch firmen, die bisher im medienmarkt unterwegs waren, brüsten sich mit fähigkeiten im crm-umfeld. wiederholt sich die geschichte einmal mehr? social crm ist eben nicht nur einfach ein anflanschen von social media-elementen und der damit dann zusammenhängenden abbildung des netzwerkes einer person oder einer unternehmung bzw. eines entsprechenden gefüges.

social crm hat mit vertriebskonzepten, -kanälen, -kommunikation, -gespräch zu tun und damit, informationen, die vom kunden freigegeben werden – und diese welche eine unternehmung bereits hat – logisch miteinander zu verknüpfen und dem kunden eine plattform anzubieten, in kontakt zum unternehmen zu treten. analyse von kundenkommunikation im social media ist da probat, aber nicht abschliessend. immerhin versuchen anbieter, das kundenverhalten im social media zu erfahren – ein erster schritt zum guten hin.

bisher bin ich aber stets dem verdikt von ‘anbindung an social media kanälen an mein {crm|contact center|service center|sales|buying} (auswahl frei) genügt mir vollauf-anspruch begegnet. da ist aber mehr. bei social crm geht es das erste mal darum

  1. daten aus verschiedenen medien und kanälen zu erfassen und zu messen bzw. die kommunikation aufzunehmen, die vom kunden her initiiert wird (listen)
  2. diese daten zu analysieren und logisch aufzubereiten (analyze)
  3. dem kunden/interessenten/lead antworten (mehrwert) zu bieten (act)
  4. und zu hören, was der kunde gemeinsam mit anderen im markt und mir als unternehmung entwickelt und zusätzlich bietet (learn)
  5. und danach in der kommunikation mit dem kunden und dem markt mehrwert zu bieten, offen und ehrlich über seine angebote und dienstleistungen zu sprechen bzw. auch auf kritik einzugehen (participate)
  6. daraus herauskommend ist es dann der gesprächsinitiator, der prospekt, lead, die opportunity, der ‘hoffentlich-zum-kunden’-werdende, der von sich aus dann mit der unternehmung in eine geschäftsbeziehung tritt (monetarize)
  7. und aus der initiierten geschäftstransaktion heraus entsteht dann die hoffentlich langanhaltende beziehung zwischen kunde und unternehmen. beide sind daran interessiert, die positiven eigenschaften des geschäfts herauszustellen. (relationship)
  8. und jetzt fängt der nette kreis wieder von vorne an. beide partner lernen einander kennen und müssen wieder voneinander zuhörend aufeinander zugehen (listen)…

ich weiss und bin mir bewusst, dass der sechste punkt schlimm tönt – ‘monetarize’ – dennoch ist es wohl das ziel jeder geschäftsmässigen kommunikation, güter auszutauschen – dienstleistungen gegen bezahlung, produkte gegen bezahlung etc. der (echte) interessierte marktteilnehmer ist sich dessen bewusst. und die unternehmung eh. UND der unterschied ist, dass hier der ‘zu-werdende-kunde’ durch die social crm-aktivitäten überzeugt wird, dass diese unternehmung und keine andere die richtige ist. da können social media-kanäle helfen und unterstützen.

was m.e. sehr wichtig ist, dass wir social crm als strategie und kultur verstehen, die eine unternehmung unabhängig von social media durchfliessen kann oder muss. es ist die überzeugung, dass nicht wir den kunden mit marketing, p.r. oder verkaufsaktionen überzeugen können oder müssen, sondern mit einer echten gesprächsform – kommunikation i.e.s. – die bedürfnisse gegenseitig verstehen und so die für beide parteien beste lösung erarbeiten können. irgendwie habe ich leider das gefühl, dass das in der ganzen diskussion verloren geht.

ja, social media kann dort einen beitrag leisten. es ist aber nicht der heilige gral, der mich von der pflicht befreit, mich jeden tag erneut in klarheit darüber zu bringen, welchen mehrwert ich meinen marktrezipienten bringen kann. denn den gral gibt’s nunmal nicht.