Internet der Dinge – wirklich?

Zur Zeit kommt das Gespräch – ob privat oder geschäftlich – sehr oft auf die zunehmende Vernetzung und die ‘chip-everywhere’-Thematik. Wenn man über Auto’s diskutiert, ob über Kühlschränke, ob über Fitness-Armbänder oder über die Kundenerfahrung im Informations- und Kaufprozess oder sogar im medizinischen Bereich. Das ‘Internet der Dinge’ ist immer dabei. Glaubt man den Auguren, wird das ‘Internet der Dinge’ der neue Hype für 2014/2015. Oder anders gefragt: Wer hat noch kein Fitnessdevice?

Des Pudels Kern

Worum geht es aber wirklich? Betrachten wir einmal diese Fitnessarmbänder oder -geräte. Wenn wir den Term ‘Internet der DINGE’ verwenden, ist klar, dass das Device, das Stück Hardware im Zentrum steht. Wir kaufen Hardware. Wir tragen Hardware. Wir fühlen, nutzen, bedienen Hardware. Wie wir es bedienen ist ‘digital’, da ja ein Chip – sprich Computer – drin ist. Also bewundern wir die Verschmelzung von Hardware und digitaler Welt und sehen das als ‘Internet der Dinge’ bzw. das meinen wir damit. Egal ob wir ‘Internet der Dinge’, ‘Internet of Everything’ oder ‘Wearables’ sagen – der Kern für uns ist diese Verschmelzung.

Doch inzwischen dreht sich die Welt weiter und viele Entwickler, Berater und Innovateure verlieren einen wichtigen Punkt aus den Augen: Die Interoperabilität der Geräte.

Da gibt es zum Beispiel mit http://www.eyehubiot.com/, ein Konsortium aus verschiedenen Unternehmen, die sich es auf die Fahne geschrieben haben, das Internet der Dinge sicherer zu machen und zu integrieren. Dabei kommt eine Technologie namens Hypercat zum Zug, die u.a. von IBM, BT und ARM gemeinsam entwickelt wurde. Daneben gibt es – industriegetrieben – eine Initiative namens OIC, die Standards und Protokolle entwickeln will für die vielen Geräte. Nicht zuletzt kommt eine Linuxgetriebene Initiative namens ‘AllSeenAlliance‘ zum gleichen Schluss und bietet auch eine Lösung an.

Worum geht es dabei nun wirklich?

Fitnessbändel – checked. Bluetooth im Smartphone – checked. Kamera – checked. TV, Radio, Kühlschrank, Brille… – checked.  Was verbindet alle diese Geräte? Elektrizität. Und was machte die Elektrizität so erfolgreich? Standardisierung. Nicht eine einzige – moder gesprochen wäre das eine ‘Killer App’ – Anwendung, sondern die Möglichkeit, verschiedene mir das Leben erleichternde (-sic-) Geräte zu betreiben. Es geht also nicht um die Geräte selbst, sondern darum, wie sie verbunden sind (Internet) und dass sie Daten generieren, sammeln, analysieren und in Beziehung setzen – z.B. zu GPS-Daten, Steigung, Gewicht etc.

Fundamental ist also nicht eigentlich das Internet als Zugangskanal sondern die Daten, die generiert werden. Also eher ‘Data of Things’.  Aber eben – ‘Internet of Things’ tönt besser…

Daten sind nicht das neue Gold

In diesem Zusammenhang – gerade für die Vielzahl von Geräten sehr wichtig – geht es darum, dass der Zugriff auf die Daten gesichert wird. API’s sind toll. Aber und nur dann, wenn die dahinter vorhandenen Daten zugreifbar und miteinander verknüpfbar sind. Dafür sind die vorher genannten Initiativen ausgelegt. Eine ‘Meta-API’ zu schaffen, die es versteht, mit allen anderen zu auszutauschen und so bisher verteilte, nicht verknüpfte Daten in einen logischen Zusammenhang zu bringen. Daten sind nicht das neue Gold, sondern die intelligente Kombination davon.

Neue Services können so entstehen und mit den vorhandenen sensorischen Kontextinformationen angereichert werden: Schrittzahl und -schnelligkeit und Herzfrequenz aus dem Fitnessband, GPS-Daten aus dem Smartphone und daraus heraus Geländedaten verknüpfen sowie die optimale Musikzusammensetzung so bauen, dass der Nutzer hochmotiviert joggt (so würde ich vielleicht endlich auch mal wieder anfangen…). Oder ‘Data of Things’ weitergedacht, dass auch mesh-Networks untereinander kommunizieren und so eine grosse, symbiotische Einheit bilden – Machine-to-machine – um optimalerer Kommunikation und Information zu gewährleisten bei z.b. Katastrophen. Oder die Daten aus der Verkehrsüberwachung, die dafür genutzt werden, Strassenlampen dynamisch zu steuern und gleichzeitig so auch die Verkehrsflüsse durch Information der Fahrer in den Autos zu optimieren –

Kritisch: Wem gehören unsere Daten

Es geht darum, die Datenzugriffe zu demokratisieren, OpenData zu schaffen. Auch von den vielen Geräten, die wir nutzen – und Daten so freizugeben und in dem Mass zu öffnen, wie jeder einzelne es möchte. Demokratisierung ist nicht simple Ausbreitung und Nutzung aller meiner Daten, sondern die Möglichkeit zu schaffen, meine Daten zur Verfügung zu stellen. In der Granularität, die ich will.