der adobe scene7 2010 survey zur customer experience in the next decade. spannende daten und inhalte, aus denen sich dennoch trends ableiten lassen können für die nächsten 15 monate.

 

in einem workshop letzthin hatte ich eine idee zu einer neuen hardware, die eine mixtur aus localization, personal data, security-enabler und speicherträger ist.

das szenario

schon zweimal als ich nach schottland reiste, kam mein gepäck mit verspätung nach. eigentlich nichts spezielles, aber dennoch hätte ich einen proaktiveren service der fluggesellschaft gewünscht. wieso also nicht einfach ein kleines gerät in meinen koffer legen und immer wissen, wo sich dieser dann gerade befindet? kommt dazu, dass mich die leute erst noch ausfindig machen mussten, meine telefonnummer zum glück hinterlegt war und mich so erreichen konnten. wieso nicht meine kontaktdaten in einem öffentlichen speicherbereich als ‘eprom’ speichern? und – noch wichtiger: im security-check-in könnten auch gewisse informationen ausgelesen werden und das gepäckstück direkt personalisiert werden. sicherlich, der gepäckbandträger beim checkin hat auch gewisse informationen – aber ich könnte der security auch eben mehr info’s angeben. natürlich verschlüsselt.

die idee

ein kleines, feines gerät, das nicht fix mit dem gepäckstück verbunden ist und ich zuvor mit gängigen daten geladen habe:

  • in einem nur-lese-bereich öffentlich für alle zugänglich z.b. allgemeine info’s zu mir
  • in einem privaten, gesicherten bereich, der mittels key encryptet ist, mehr informationen zu mir für die behörden etc. wie die an diesen public key kommen? ich berechtige vorher die behörden hierfür. opt-in-mässig gebe ich das frei. es könnte in der schweiz z.b. auch mit der suisseid verknüpft werden.
  • in einem ganz privaten bereich kann ich noch mehr info’s speichern. z.b. dokumentscans, reiseunterlagen etc.
  • das gerät kommuniziert über bluetooth oder sonsteiner wireless-art (rfid, nfc…) mit der umwelt. und gibt nur die informationen preis, die gerade gefordert sind.
  • dazu ein gps-sender, der entsprechend aktiviert werden kann.
  • das alles in einer form, die sich auch im kleinsten raum noch positionioeren kann, ich denke hier an eine pillenartige form mit geschmeidiger oberfläche.
  • drei led’s für statusanzeige
  • knopfzellen oder akkus, die über mini-usb geladen werden können und wenn möglich noch über eine kleine rekuperation verfügen.

alle info’s und ideen finden sich auch im angehängten pdf.

was meint ihr? könnte man solch ein produkt umsetzen? würdet ihr es nutzen? wäre sowas sinnvoll? oder vielleicht gib’ts das ja schon lange…

hier noch das PDF idea1_dropAgps_pill

 

bei chip gibt’s ein buch zu social media zu gewinnen. notabene heisst das buch ja auch schlicht und einfach “social media”. für die teilnahme genügt ein facebook-account und ein klick auf den ‘gefällt mir’ knopf von ebendem sozialen netzwerk. und dann findet am 1. märz 2011 eine verlosung statt.

ich finde das ganze etwas zu einfach. spannend wäre doch gewesen, zumindest ein, zwei fragen zu social media beantworten zu müssen oder dürfen. immerhin erhalten die chip’s nun zugang zu (stand 26.2.2011) 405 profilen und werten diese hoffentlich gemäss buchinhalt aus. oder nicht?

die bewertung von chip für das buch ist mit drei von fünf punkten für die gesamtbewertung und zwei von fünf für preis-leistung sowie 1 punkt für den anspruch ziemlich klar für einsteiger bestimmt. allerdings ist dann die gesamtbewertung eher zu gering.

nunja, um produkte publik und unter die leute zu bringen, ist jedes mittel recht. immerhin hab ich jetzt auch schon drüber geschrieben. oder anders gesagt: ich bin gespannt.

allerdings wäre es im sinne einer echten wettbewerbs-idee noch wirklich spannend gewesen, mehr über die teilnehmenden und deren beziehung zu social media rauszufinden – wie bereits erwähnt. wer social media bewertet, sollte auch ein bisschen etwas daraus machen. 405 teilnehmer z.b. nur einfach zu fragen, wo sie social media einsetzen (supportanfragen, retweet, netzwerken, info publizieren/abonnieren…) wäre schon spannend. oder etwas über die konformanz von buchzielgruppe und teilnehmenden (wie lange social media nutzer, wie lange web…). ich glaube, so hätte chip und addison-wesley einen echten mehrwert. oder kriegt ihr das dann alles über facebook raus ;-)

 

brighttalk ist eine spannende community mit online webcasts und danach ondemand detailbetrachtungen. in einem sehenswerten cast vom 17.2.2011 wird social media in finance betrachtet. spannend ist auch eine frage des moderators zwischendurch, da der präsentator aus den uk kommt: ist es nicht so, dass die usa betreffs social media und finance einen riesenvorsprung vor der uk hat?

die antwort ist hörenswert. ich finde, sie stimmt. und hat noch einen versteckten ironischen charakter. in europa springen wir nicht direkt auf alles auf, was neu ist und nutzen dies für selbstdarstellung. wir durchdenken ein bisschen mehr. oder anders gesagt: unsere kulturellen hintergründe sind anders und facebook z.b. ist für uns noch immer mehr freizeit denn business.

hier also der cast:

A BrightTALK Channel
 

in einem bemerkenswerten artikel hat brett king einen ‘weckruf für bankvorstände’ geschrieben, der vollkommen meinen an- und einsichten sowie auch dem entspricht, was sich in gesprächen mit bankern abgezeichnet hat: social media wird irgendwie von der finance-welt vollständig vernachlässigt und es werden zwar die korrekten zielgruppen definiert, aber medial und kommunikationskanal-bezogen falsch angegangen.

social media hat eben auch damit zu tun, wie ich die bank erlebe in der ständigen interaktion – also wie meine customer experience mit der bank aussieht, mit dem ‘institut meines vertrauens’. und customer experience (cex) hat eben auch damit zu tun, wie ich die bank kontaktieren, angehen und befragen kann und wie sie auf diese kontaktaufnahmen reagiert bzw. diese sogar forciert. wenn wir social media | crm wahrnehmen wollen als

die möglichkeit der unternehmen, auf diedurch die kunden initiierte kommunikation zu reagieren und gemeinsam in einem konstruktiven dialog zu einer für beide parteien besten lösung bei problemen bzw. anfragen zu kommen und beide parteien sich als gleichwertig akzeptieren und damit auch die wirtschaftliche komponente einer beziehung als gegeben ansehen und beide langfristige beziehungsverbesserung (freier erkenntnisgewinn) anstreben

dann ist es gerade für banken sehr wichtig, diese kommunikation jetzt zu beginnen und zu pflegen. denn gerade nach/während einer krise und einer reputationsproblematik im finance ist die offene kommunikation und echter austausch für die unternehmenserfolge sehr wichtig.

brett belegt u.a. eine meiner argumentation in gesprächen mit fakten:

So könnte man annehmen, es sei ein Medium, das vor allem von der „Generation Y“ (diejenigen, die Mitte der 70er bis hinein in die 90er Jahre geboren sind) hauptsächlich dazu verwendet wird, um Fotos, Videos und witzige Anekdoten über das tägliche Leben auszutauschen.

Es mag überraschen, dass die Baby-Boomer (1950er und 1960er Geburtsjahrgänge) und die “Generation X” (1960er und 1970er) weit mehr in Sozialen Medien vertreten sind als die Generation Y. Mag sein, dass letztere die aktuelle Phase sozialer Medien sogar „überspringt“ und sich auf eine Art „mobile soziale Medien“ fokussiert, aber das ist eine andere Geschichte. (link)

will heissen: die zielgruppe, die definiert wurde, wächst und assimiliert sich die neuen technologien, ja sind sogar damit aufgewachsen. hauptzielgruppe sind sie 30-45 jährigen, die den grössten vermögens- und einkommenszuwachs ausweisen. aber genau diese generation ist jene, die hohen anteil an social media bereits aufweist und die vorhergehenden generationen zur zeit sprunghaft ansteigen. was das bedeutet?

die junge generation lernt ihre neue stimme kennen und nutzt medien, um sich (inter-)national auszutauschen, wissen zu generieren und gegenseitig produkte, services und allgemein firmen zu bewerten. die ältere generation nutzt die neue technologische beweglichkeit, um mit alten bekannten auszutauschen und einen digitalen stammtisch zu schaffen, wo genau darüber geredet wird, wonach es tönt – über erlebnisse aus der täglichen dienstleistungswüste :-) das war schon immer so… mit einer grossen unterscheidbarkeit: erstmals ist das potential, dass das kommunizierte von vielen wahrgenommen werden kann enorm. multiplikator- und netzwerkeffekte geben sich da die hand und bereiten banken in den kommenden jahren zunehmend pein.

was ist zu tun?

  • wie affin ist meine zielgruppe gegenüber den social media und welche kanäle werden in den nächsten jahren durch diese genutzt. die neu gestellte frage nach der zielgruppe ist elementar. social media wird ein wichtiger kanal werden – egal welcher zielgruppe ich mich verschrieben habe. ob direkt durch die kunden oder andere marktteilnehmer – es wird über eine unternehmung gesprochen werden.
  • ein CSMO (chief social media officer) sollte ernannt werden in einer bank, der hohe befugnisse hat in der kommunikation und entsprechend einwirken kann und muss. er sollte die neuen medien kennen und die dort geltenden gepflogenheiten beherzigen: offenheit, authentizität, schnelligkeit, lernberiegigkeit und kommunikationsbereitschaft
  • zuhören, was jetzt schon gesagt wird, muss etabliert werden.
  • zuhören
  • zuhören
  • plattformen und kanäle bereitstellen, auf denen die kunden frei kommunizieren können. twitter-accounts für service, bankings, produktanfragen; facebook-seiten für brand und produkte; foren und blogs, in denen auf die wünsche der kunden eingegangen wird.
  • zuhören
  • lernen – was hat die gemeinschaft wann über was wie über die unternehmung gesagt und welche antworten lösten welche reaktionen aus.
  • lernen – vielleicht kommen sie gemeinsam mit kunden sogar zu neuen ein- und aussichten?

ist es arroganz im finance, sich dem social media zu verschliessen? oder einfach ignoranz? ich glaube eher, dass es die angst ist, dem kunden eine macht in die hand zu geben, die er bereits hat, aber von der ich nichts weiss. die angst davor, etwas über sich zu erfahren, was nicht in die denkwelt passt.

und übrigens: bitte hängt euren social media officer organisatorisch nicht in der marketing-abteilung auf. das führt zum gau…