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Location Analytics und die Offline-Welt

In der online-Welt sind wir es beinahe schon gewohnt, getracked, gemessen, analysiert und verfolgt zu werden. Tools wie Piwik, GoogleAnalytics, AdobeDigitalMarketing etc. machen dies möglich.  Doch wie sieht’s in der offline-Welt aus? Hier ist die Analyse noch immer dünner gesät, und nur einige grössere Unternehmen führen entsprechende passive Werkzeuge ein, um Ihre Kunden auch in physischen Geschäft nachzuverfolgen bzw. den Besuch aufzuzeichnen. Noch viele Firmen sind im Blindflug unterwegs, wenn es darum geht, Besucherströme, Informations- und Kaufverhalten strukturiert zu messen und zu analysieren.

Dennoch gibt es dafür eine Lösung: Location Analytics

On- und Offline verbinden

Wie’s funktioniert? Die Durchdringung von Smartphones steigt stetig an und ‘always on’ wird beinahe zum Credo des Lebens. Firmen, die es schaffen, Ihre bestehenden Kunden in eigenen Apps oder über API in anderen Apps zu tracken, schaffen die Verbindung von online- und offline-Welt. Bestehende WiFi-Netzwerke, BLE (Bluetooth LowEnergy) Beacons, NFC, PicoCells und weitere Technologien ermöglichen es, auch dort eine Lokalisierung vorzunehmen, wo kein GPS vorhanden ist. NFC im Bereich von Zentimetern, BLE von einigen Zentimetern bis zu einigen Metern und WiFi über mehrere Dutzend Meter – und darüber hinaus bieten Telekom-Provider die Möglichkeiten, über Interpolationen ebenfalls ziemlich genau Lokalisierung vorzunehmen.

Kunden können somit auch im eigenen Laden nachverfolgt  und genau analysiert werden, wo sie z.b. wie lange verweilten und welche Produkte sie näher interessierten. Die Verbindung zu Smart Data bzw. Big Data-Werkzeugen erlaubt es, Firmen dann genau definierte Angebote auf das Smartphone zu pushen bzw. das Nachkauferlebnis mittels E-Mail- oder Print-Kampagnen zu optimieren. Wieso nicht einen Gutschein ausgeben für das Bügeleisen, was man sich länger angeschaut hat? Oder ein Willkommenspaket für das Neugeborene verschicken, weil festgestellt wurde, dass neu Windeln gekauft wurden? Oder beim Verlassen des Ladens eine Message zu schicken, dass die letztmals angeschauten Parfums jetzt im Angebot sind?

Optimierung Offline Experience

Noch weiter geht die Möglichkeit, wenn die physische Analyseschicht eingebunden wird. So wird z.B. sichtbar, dass die Gestelle nicht optimal platziert sind oder dass z.B. bei Schuhläden die Gestelle nicht gut zugänglich sind oder zu verwinkelt stehen.  Location Analytics geht weiter, als nur die Marketingschicht anzuschauen. Die Analyse dieser Daten wird eine Mussanforderung, um Offline Benutzererfahrungen optimiert zu entwickeln, managen und zu messen. Auch müssen neue Modelle gefunden werden, Kunden zu überzeugen, ihre Daten preiszugeben bzw. freizugeben und auch die Erweiterung des Kundenstamms selbst weiterzutreiben (Loyality). Kunden nur anhand der Anzahl Besuche, Käufe oder ‘Likes’ zu belohnen, greift hier zu kurz.

Was meint Ihr? Sind Location Analytics schon im Markt angekommen? Oder stehen wir am Anfang?

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Big Data wird zu Smart Data wird zu Small Data

Was so alles immer wieder passiert… Kunden, die zwar Big Data betreiben, aber nichts vom Begriff hören möchten, solche die beginnen damit aber auch noch von ‘Analytics’ sprechen und andere, die darunter ganz was anderes verstehen. Irgendwie ist die Welt multivalent geworden. Aber eins ist sicher – am Thema ‘Verarbeitung von grossen Datenmengen zur Optimierung der Geschäftsprozesse’ werden wir nicht vorbeikommen. Zu gross ist die Datenflut. Zu viele Angebote, Informationen und Werbemuster, die auf uns einprallen und uns immer weniger aktivieren können. Zu viel Spam.

Lassen wir’s dabei

Nennen wir das Kind doch einfach ‘Big Data’ – und subsumieren darunter ‘Smart Data’, ‘Small Data‘ oder wie das Kind auch immer heisst. Es wird immer klarer, dass es verschiedene Vektoren beinhaltet, die das Thema ausmachen:

  • Automatisierung: Es wird immer einfacher, schneller und intuitiver Daten zu durchsuchen und nach ‘Nuggets’ zu forschen. Systeme unterstützen uns darin, Daten zu verbinden, Cluster zu bilden, Muster zu erkennen und daraus Aktionen abzuleiten. Letzteres ist jedoch noch immer mit einer Anstrengung von Nervenzellen – sprich Hirnschmalz – verbunden. Algorithmen sind das eine – Darstellung das andere. Hier gibt es bereits Produkte, die schön aufbereitet Informationen darstellen können im ‘Analysten-Backend’. Reicht nicht… sondern muss auch – und hier kranken noch viele Systeme – die Aufbereitung und Darstellung in den relevanten Ausgangskanälen – sprich: Wie kommt meine Analyse und mein daraus abgeleitetes Angebot auf das Smartphone des Kunden, dass es auch noch gut aussieht…
  • A.I.: Künstliche Intelligenz bzw. maschinenbasiertes Lernen. Kennen wir in Ansätzen schon. ‘Siri – wie spät ist es?’ ‘Morgen wird das Wetter schön’ ;-) Es geht aber weiter: Filmhäuser arbeiten bereits mit Algorithmen, die – basierend auf historischen Daten und Berechnungen sowie Einberechnung verschiedener Abhängigkeiten etc – aufzeigen, wann welcher Film in welchem Kino zu zeigen lohnenswert wäre. Künstliche Intelligenz hilft auch, Sprache zu verstehen, den Sinn zu erahnen und ‘Emotionen’ herauszulesen. Künstliche Intelligenz unterstützt also die Analyse und Aufbereitung der Informationen so, dass daraus valide Muster abgeleitet werden können. Backpropagation sei dank, erfährt das A.I. dann auch, wenn es Mist gebaut hat…
  • Analytics wird Massenware: Noch vor Jahren undenkbar – jetzt Realität. Auf dem PC über das Web kann das Netzgefüge z.b. in LinkedIn analysiert und dargestellt werden. Visualisieren von grossen Datenmengen ist für die Masse angekommen. Infographics sei dank (nein, nicht wirklich). Google Trends, Google Fusion oder manyeyes von IBM können dazu genutzt werden, rasch grosse Datenmengen zu analysieren und aufzubereiten. Die einfache Bedienung und die teilweise bereits recht nette Aufbereitung macht sogar vielleicht immer mehr Menschen Spass. Doch – Big Data benötigt eben auch immer mehr personalisierte Daten. Das ‘Internet der Dinge’, das ‘meshnet’ von Mensch, Wearables, Sensorik und anderen Signalen von Smartphone und unseren Bewegungsdaten ist die Grundlage des ‘Ghost in the Box’, der algorithmisch uns aufbereitet und das ausspuckt, was uns am nächsten sein wird/sollte/könnte.  Persönliche Daten werden alles beeinflussen: von unseren Kaufgewohnheiten, unseren täglichen kleinen Entscheidungen bis hin zur Arbeit und Freizeit – und Datability wird hoffentlich Common Sense.
  • Die Cloud: Cloud Computing und Big Data sind irgendwie seelenverwandt. Und irgendwie auch nicht. Verwandt insofern, dass Cloud die Verfügbarkeit zulässt, die dynamisch benötigt wird und auch die API zur Verfügung stellt, die es ermöglicht, dass viele Benutzer die Funktionalitäten nutzen können in dem Ausmass, wie sie es benötigen. Nicht verwandt, weil sie irgendwie doch ganz anders sind: wenn uns Big Data sagt, dass wir empfänglich für ein Fahrrad sind, sollte uns die Cloud auch sagen können, wo die nächsten schönen Wege zum Biken sind. Also irgendwie schon was ganz, ganz anderes… aber eben auch nicht. (ob ich hier noch ein bisschen elaborieren sollte – aber nicht heute)
  • Das Gesetz: Dazu habe ich glaube ich bereits alles im Artikel zu Datability gesagt. Oder nicht…

Bleibt es spannend? Definitiv. Was meint Ihr?

spar’s dir einfach – sparen mit social media

am 5.12. wurde am socialhub in zürich der case one100 vorgestellt. der socialhub ist ein event von bergzucker und findet im impacthub zürich statt. dieser ist ein raum für social entrepreneurs und teil eines internationalen netzwerkes – und jetzt eben auch in zürich. ich finde die idee hinter dem hub selbst und und des socialhubs sehr spannend. ein tedx in klein vielleicht ;-)

die vorstellung des cases one100 von swisslife durch marike von one100/swisslife war spannend und sehr mit einigen persönlichen notizen kombiniert.

grundsätzlich geht es bei one100 um eine seite, bei der ziele für sparen definiert werden können und geshared werden  auf facebook bzw. auf one100 publik gemacht werden kann. freunde können eingeladen werden, auf die ziele entsprechend einzuzahlen und mitzumachen und auch den fortschritt für die ziele einzusehen. also eine art von ‘crowdfunded shared savings’ aber wirklich einfach und übersichtlich.

die hauptzielgruppe war/sind im beruf etablierte personen und junge arbeitende bzw. leute mit zielen – von freizeit bis gesundheit. und wer hat keine (spar)-ziele? und mehr als das ist one100 eine plattform, in der die multioptionalen lebensziele abgebildet werden können. innovative produkte (bisher sparen) kombiniert mit neuen zielgruppen – das ist one100.

mit einigen wenigen klicks hat man einen account eröffnet und kann auch bereits ziele erfassen und hat dann ein sparkonto. notabene bei der lienhardt&partner - einer privatbank in zürich, die gemäss aussage die prozesse rasch, einfach und direkt implementieren konnten. damit gibts dann ein konto, auf das man einzahlen kann – über einzahlungsscheine oder bankzahlung mit iban. damit dann beträge zielgerecht zugeordnet werden können, erhält jedes ziel noch eine ident-nummer, die dann für den zahlungsgrund bzw. zahlungszweck eingegeben werden muss – so landet das geld dann direkt auf dem zielkonto. super sache, super einfach. gefällt.

der gründe für swisslife, one100 zu bauen waren vielfältig.

  • einerseits sicherlich, neue zielgruppen anzusprechen, andererseits auch, die neuen verhalten im finanziellen von uns ‘sparern’ kennenzulernen
  • andererseits sicherlich auch, einen fuss in der neuen finance zu haben. so zeigt sich auch, dass der aktuelle schritt mit dem sparen nur einer von vier ist: swisslife hat sich vorgenommen, die vier grundsäulen der finance – sparen, anlegen, finanzieren, vorsorgen – anzugehen. und für versicherungsfirmen ist da der weg über zielorientiertes sparen sicherlich spannen. gerade deshalb, weil der budgetfunktionen bald erweitert werden sollen.
  • das lernen von und in den socialen netzwerken und das kennenlernen von community-based bzw. ‘peerpressure’ ;-)

andere gründe für die nutzer

  • sichtbarmachung der ziele und des sharings erbringt eben peer-pressure
  • transparenz für die notwendige sparrate pro monat
  • möglichkeit, dass freunde, community und kollegen mitsparen können. endlich mal geschenke, die sinn machen ;-)
  • auf den ersten blick bankloses sparen – und erst noch mit spass und einer smartphone-app.  (sidemark: vertraue ich versicherungen wirklich mehr?)
  • möglichkeit, hausbankunabhängig zu sparen. nicht mehr 33 konten, sondern nur noch 1 – und dann erst noch zielorientert sparen.

auf die frage, wie swisslife mit den daten umgeht wurde gesagt, dass die daten bei one100 bleiben und kein sharing der ausgangsdaten stattfindet, wohl aber mit den erkenntnissen. fair enough.

was mir gut gefallen hat:

  • dialog intern leben, bevor ich raus gehe. das ist eben authentizität. nur so lässt sich die community stärker aktivieren. pr-glanzprospekte nutzen nichts. vertrauen wird mit personen aufgebaut. mit dem wissen darum, was diese person macht und welche interessen sie hat.
  • die interne verknüpfung scheint gross zu sein. der ideenpool intern hat bereits einige anpassungen vorgebracht.
  • ehrlichkeit – insofern, dass nicht nur positiver dialog als nützlich beurteilt wird, sondern eher noch die kritischen inputs und diese positiv bewertet werden und auch ehrlich damit umgegangen wird, dass selbst fehler gemacht werden. transparenz und ehrlichkeit – die zwei weiteren grundwerte.
  • einfachheit der bedienung. rasch und schnell. einziger rechts- bzw. compliance-bedingter wehrmutstropfen – für den account muss man die gelbe identifikation machen. ich hoffe, dass hier mobile-id mal bald die rechtlich-compliance-mässige absegnung erhält…

anbei noch der link auf den vortrag – schaut ihn euch an und macht mit bei one100

 

und dann habe ich das noch gelesen: “social media bleibt für banken irrelevant“.

lasst euch vom titel nicht abschrecken. die überlegungen sind gut und richtig WIESO es nicht klappen kann. und one100 zeigt eben, dass es doch geht. im banking herrscht noch immer das vorurteil, dass compliance den vermeintlichen kontrollverlust aufhalten muss, es herrscht ein misstrauen gegenüber dialog in den sozialen medien und ein gerüttelt mass an unverständnis um die dort ablaufenden mechanismen. aber sind wir ehrlich: wenn ich klassisch kommuniziere, bin ich auch nicht vor fehlern und ‘shitstorms’ gefeit. nur die unmittelbarkeit ist anders…

lasst mich wissen, was ihr von one100 haltet -

 

scrum, management und myopien

im aktuellen projekt werden wir wieder einmal versuchen, nach der scrum-methodik umzusetzen. diesmal unter der ägide unserer agentur. zur zeit bin ich sehr gespannt, wie sich das entwickeln wird. nachdem ich ja schon öfters auf der auftragnehmer-seite war, bin ich jetzt auf der auftraggeber-seite und als produkt-owner für das ganze produkt und die einzelnen elemente daraus verantwortlich. im zuge dessen habe ich mir einmal über verschiedenes gedanken gemacht, wieso scrum-projekte manchmal erfolgreich sind, manchmal und v.a. in grösseren unternehmen und über die it-landschaft hinaus eben nicht.

mir ist aufgefallen, dass viele unternehmen zur zeit mit scrum experimentieren und über software- und it-projekte hinausgehen. das finde ich ja primär sehr gut und befürworte dies. jedoch ist mir auch aufgefallen, dass die skepsis gegenüber dem vorgehen gross ist und meines erachtens viele tradierte bereiche in banken, versicherungen und produzierender industrie noch nicht reif sind bzw. die mitarbeitenden scrum als einen weiteren schritte sehen, um mitarbeiter einzusparen oder dann weiter auszunehmen. der ansatz wird verordnet, ohne dass die basis von scrum-methodik vermittelt wird. und damit ist die vorgehensweise schon vorab zum nahen tod verurteilt. Weiterlesen

social media in (nicht nur) wirtschaftlichen krisenzeiten

wenn in england darüber diskutiert wird, wegen der dort herrschenden organisation der chaoten und plünderer über social media, diese zu schliessen, ist die andere seite der medaille, die medien dafür zu nutzen, um über vorgänge, meinungen und auch auswirkungen sowie massnahmen zu kommunizieren. wer ein medium nur der einen seite überlässt, ist schon im rückschritt zur entwicklung. krisenkommunikation – das haben private firmen bereits teilweise gelernt – muss in krisenzeiten in den social media rasch, direkt, transparent und authentisch durchgeführt werden. die typischen showcases wie dell, nestle, eon etc. sind hier beweis genug. wer in dialog mit der gegenseite tritt, kann gewisse auswirkungen minimieren. Weiterlesen