obwohl social media in aller munde ist und alle firmen davon nicht genug bekommen können oder noch daran sind, alle kanäle aufzubauen, gibt es eine interessante liste von firmen, die trotz hoher marketing-budgets und grosser anstrengungen den grundsatz noch immer nicht begriffen haben:

höre auf deine kunden und nimm die durch sie angefangene kommunikation über dich als firma mit deinen produkten und dienstleistungen ernst! reagiere zeitgerecht darauf und sei ehrlich und transparent.

sicher, der satz ist plakativ. aber es ist nun mal so, dass die wahrnehmung des marktes durch die medien geprägt wird und dass das wachstum der social media sehr hoch ist. abwiegeln, gegensteuern, abstellen, ausmachen, juristerei und anderes hilft da nicht mehr. es geht um werte, liebe firmen; um kultur. und letztlich um euren gewinn.

aber die chronologische liste von Jeremiah Owyang <link> füllt sich immer mehr. er hat sie “A Chronology of Brands that Got Punk’d by Social Media” genannt <link>. das sagt alles. die liste ist v.a. auf usa bezogen.

gibt’s irgendwo noch eine europäische liste? das wäre doch auch noch spannend.
kommentar oder mail an me[at]dpschmidt genügt.

 

mit social media oder social crm wird ja noch immer zu oft verstanden, dass man alles für lau erhält und daher auch nichts dafür bei der implementierung zahlen muss oder die ausgaben gering sind. dennoch ist es wichtig, den mehrwert der social crm | media strategie im auge zu behalten und auch dort auf einnahmen und ausgaben zu achten. die nachfolgende prezi-präsentation ist im frühen beta-stadium zu sehen und es ist noch vieles im aufbau, dennoch hier mal ein erster wurf. der nächste folgt nach.

m.e. eines der grösseren problem bei social crm ist, dass die einnahmen oftmals nicht direkt erkenn- und bewertbar sind. hier werde ich noch nachliefern, da in der unten angehängten prezi-präsentation einmal der erste teil – konzepte und generische inhalte – aufgezeichnet werden sollen.

mit bitte um zahlreiches feedback im kommentar oder unter e-mail-adresse me[at]dpschmidt.ch.

besten dank.

 

in den siebziger und achtiger jahren war vielen von uns zu hause ein tag sehr wichtig. der tag, an dem das neue reader’s digest-heftchen zugeschickt wurde. die buchauszüge, geschichten, witze und manchmal sogar dokumentationen waren immer recht spannend. reisserisch und b-niveau, aber für mich immer erholung pur vom schulalltag.

leider macht reader’s digest in letzter zeit mehr mit spam und schlecht gemachten gewinnspielen auf sich aufmerksam, als mit wirklich guten aktionen. hier, hier, hier und hier als beispiele. und jetzt ich auch.

was also tun? eine briefmarke will ich nicht wirklich verschwenden und so versuch ich’s halt mal mit der e-mail-adresse, die auf der reader’s digest – kundendienst-seite angegeben wird, ohne wirklich eine antwort zu erwarten. hier mein – offen und ehrlich etwas genervtes – schreiben an die dortigen mitarbeitenden:

Betreff: gewinnpostblabla von r’d
sehr geehrte damen und/oder herren.

schon wieder ein solch lapidar-dümmlich-angestrengt-drückender-dummdreister gewinnbrief von readers digest im briefkasten!

ich möchte umgehend aus ihrer datenbank für irgendwelche aktionen im zusammenhang mit readers digest und deren angehängten firmen oder subunternehmen gelöscht werden. löschen sie meine adressdaten aus ihren systemen – sei es die postalische oder diese e-mail-adresse.

irgendeine nummer auf meinen sogenannten ‘gewinnbrief’ gefällig? x xxxxxxxx xxxxxx xxxx xxxx 02241 bzw. die adressinformation xxxxxstrasse 11 und der name xxxxx sollten reichen für eine löschung.

ich wünsche KEINE weitere informationen auf KEINERLEI kanälen (brief, mail, telefon…) mehr.

ich bitte sie, dies zu respektieren und mir KEINERLEI weitere informationen zuzusenden!

mit gruss

xxxxxxxxxx

danach dann die folgende automatische antwort mit dem entsprechenden newsletter-gewinn-opt-in-text am ende. NERV, das gehört nicht in den kundenservice-bereich oder in die antwort rein. wenn ich schon so schreibe, will ich sicher nichts mehr mit dem zeug zu tun haben. liebe reader’s digest – es gibt inzwischen tools – auch open source – die eine brute-force-analyse des textes und des sentiments machen können. das kostet nur wenig zeit und administrationsaufwand! aber so könntet ihr schonmal die guten und schlechten unterscheiden, gell! also hier die antwort:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit bestätigen wir den Eingang Ihrer E-Mail.

Wir werden Ihr Anliegen innerhalb der nächsten Tage bearbeiten.

Übrigens, Reader’s Digest bietet Ihnen einen unverbindlichen und kostenlosen E-Mail-Service. Damit Sie anderen immer einen Schritt voraus sind, informieren wir Sie über interessante Angebote, Schnäppchen und Gewinnspiele mit besonders attraktiven Preisen und geben Ihnen auch online Einblick in die aktuelle Gewinnerliste. Seien Sie dabei und melden Sie sich an unter www.readersdigest.de/newsletter sofern Sie noch nicht eingetragen sind.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Reader’s Digest Kundenservice

Anmerkung:
Dies ist eine automatisch generierte E-Mail. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Kundenservice unter der E-Mail-Adresse kundenkontakt@readersdigest.de

dann, knapp einen tag danach eine mehr oder weniger personalisiert-persönlich geschriebene nachricht vom ‘reader’s digest customer care center’-mitarbeitenden. die leichte ironie – ob beabsichtigt oder nicht – im ersten satz hat mir echt ein lächeln aufs gesicht gezaubert.

Sehr geehrter Herr Schmidt,

vielen Dank für Ihre wichtige Nachricht!

Sie erhielten eine Werbesendung von uns, denn wir schreiben hin und wieder mögliche neue Interessenten an, um diesen unsere Verlagsprodukte (und die Teilnahme an unserer Gratisverlosung) anzubieten.

Sollte Sie unser Angebot nicht interessieren, respektieren wir dies selbstverständlich. In diesem Fall brauchen Sie einfach nicht auf unsere Werbung zu reagieren. Wir werden Ihnen dann keine weiteren Sendungen mehr zustellen. Bitte beachten Sie jedoch: Den Versand von Werbepost, die sich bei uns bereits im Postvorlauf befindet, können wir nicht mehr stoppen. Danach erhalten Sie keine Werbung mehr von uns.

Reader`s Digest hält sich selbstverständlich an die gesetzlichen Bestimmungen. Wir nutzen die legalen Wege der schriftlichen Werbung und nutzen öffentlich zugängliche Adressen, bei denen uns kein Widerspruch vorliegt. Wir arbeiten nur mit Firmen zusammen, die dem DDV (Deutschem Direct Marketing Verband) angeschlossen sind und dem Bundesdatenschutzgesetz unterliegen.

Ihre Daten werden bei uns zur Bestellverarbeitung und Verlosungsteilnahme unter strikter Einhaltung des Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet. Reader’s Digest beauftragt nur Partnerfirmen mit Service oder Produktionsaufgaben, die auf Basis des deutschen bzw. europäischen Datenschutzrechtes arbeiten. Alle Unternehmen, die mit Daten von uns in Kontakt kommen, werden regelmäßig geprüft.

Mit freundlichen Grüßen
Dietrich Beutner
___________________________________________
Reader’s Digest Customer Care Center
Web: http://www.readersdigest.de
Verlag Das Beste GmbH, AG Stuttgart HRB 1453
Geschäftsführer: Werner Neunzig
393630-4590139

ok – mal schau’n ob sich das ganze auf die gute art löst. ich hoffe es.

akzeptiert ist noch ein brief einen tag später, der im briefkasten war. wenn ich jetzt aber innerhalb der nächsten vier wochen noch mehr wie zwei briefe erhalte, schreibe ich wieder, und wieder, und wieder…

nebenbei bemerkt:

es ist nicht die feine art, auf der website für die e-mail eine .ch-domainendung anzugeben, obwohl die e-mail dann aber direkt nach deutschland mit einer .de-domain ausgelöst wird. seid doch so ehrlich und schreibt auch auf der website hin, was ihr dann im e-mail-programm anzeigt. das wäre nett. und übrigens: eine e-mail-weiterleitung über eine .ch-domain nach deutschland ist auch nicht teuer. sogar fast gratis…

also – hier weiter auf dem laufenden über die weiteren ereignisse.

und was sind eure erlebnisse mit dem reader’s digest gewinnspiel-scam?

 

nachdem mit dem frühen crm adopter paul greenberg <link> die gründung des begriffes ‘social crm’ vor etwa einem jahr geschehen ist, wird in einem interessanten videobeitrag von lithium corp auf die kurze geschichte von social crm bzw. SCRM in diesem video eingegangen. SCRM, das noch immer evolving, im begriffe ist zu entstehen, wo noch immer am framework gearbeitet wird und viele details noch immer offen sind. dennoch glaube ich, dass SCRM die wirtschaftswelt und die art, wie unternehmen mit kunden und mehr noch umgekehrt der kunde mit der unternehmung selbst kontakt aufnimmt, verändern wird. essentiell ist dabei zu verstehen, dass die unternehmung auf die – je nach kundenart – schwachen oder starken signale hören muss, diese wahrnimmt, verarbeitet, bewertet und mit geeigneten lösungen in den entsprechendne kanälen aktiv wird. SCRM ist eine neue denweise, wie die macht des kunden und der vielen durch die unternehmung genutzt werden kann, aber so, dass auf beiden seiten mehrwert generiert wird. hier ist der key zum erfolg.

erläuterungen zum video

verschiedene interessante aspekte werden im video beleuchtet:

  • social crm besteht grundsätzlich aus drei elementen:
    dem ‘sozialen’, kundenorientierten und zusammenarbeitsbasierten modell der community oder einzelpersonen mit den entsprechenden werkzeugen und prozessen. dem wort ‘crm’, welches ja primär durch die unternehmen zur – salopp gesagt – durchleuchtung des kunden genutzt wurden und den ‘unternehmen’ selbst, die aber – nach einschätzung von paul greenberg – den anschluss wie verpasst haben und nicht bereit für die veränderten parameter sind. dies gilt vor allem und zuerst für die internen prozesse in der unternehmung. sei es die durchdringung mit echten ‘customer focus’ oder auch die offene, authentische kommunikation zuzulassen, die unabdingbar ist, wenn die unternehmung als objekt, einheit gesehen wird, die der durch den kunden initiierten kommunikation dient und bereitzustehen hat. diese änderungen sind trotz der vielen multi-channel-strategien, kommunikations- und marketingprojekte sowie der vielgestalten service- und crm-projekte noch immer zu wenig zum management durchgedrungen.
  • wenn mit social crm ebendiese art der kommunikation aus der unternehmung heraus gemeint ist:
    dann setzt das voraus, dass die mitarbeitenden in der unternehmung selbst dazu befähigt, berechtigt und auch mit entsprechenden tools ausgerüstet werden, diese kommunikation zu bewerkstelligen. mit social media hat jeder mitarbeitende in der unternehmung diese möglichkeiten. die unternehmungen und vor allem das management selbst ist aber noch immer zu reluktant gegenüber dem einsatz und sieht noch immer zu sehr sales und marketing im vordergrund. silos müssen durchbrochen werden, damit die inhalte und daten frei fliessen können. entweder schafft die unternehmung als einheit die grundlagen dafür, oder engagierte mitarbeitende führen die entsprechenden aufgaben selbst privat im namen der unternehmung durch. so geschehen während der aschewolke im flugverkehr. dies ist aber nicht der rechte weg. die unternehmung selbst muss mittel bereitstellen.
  • es gibt zur zeit zwei ‘wege’:
    erstens: firmen, die das operative crm einführen (möchten) oder dabei sind entpsrechende projekte zu starten. diese wollen erstmal ihre lösungen lauffähig und funktional erhalten und auf der anderen seite sehen, dass ihre kunden ‘auf der anderen seite miteinander kommunizieren’ und hier lösungen suchen. sie sehen aber den integrierten approach überhaupt noch nicht. ich glaube, hier befinden wir uns zur zeit zu 90% in der schweiz und in europa. die zusammenhänge der daten, systeme, prozesse und deren auswirkungen auf die organisation wird nicht gesehen oder anerkannt. oder dann ist man zu sehr damit beschäftigt, das operativ-transaktionale crm ‘zum laufen’ zu bringen. hier liegt riesiges potential brach!
    zweitens: auf der anderen seite eine junge industrie mit neuen tools und werkzeugen im internet, die bereit für die ‘neuen, wilden’ unternehmen sind und für diejenigen auf der jagd sind, die noch kein operatives crm im einsatz haben. diese unternehmen sind sicherlich oftmals dadurch gekennzeichnet, dass sie den internet-kanal in extenso nutzen, um ihre waren zu vertreiben: sei es mode, gebrauchsgüter, lebensmittel oder andere mehr ‘geek’-orientierte artikel. dabei geht es darum, die neuen tools geschickt einzusetzen und zu nutzen, um in kommunikation, interaktion mit den nutzern und potentiellen kunden zu kommen. die bereitschaft der kunden/konsumenten, ihre daten frei zu geben für die unternehmenszwecke ist dabei essentiell. meines erachtens müssen hier neue opt-in-wege gefunden werden und auch die möglichkeit, dass der konsument nicht 1 million mal z.b. seine adresse bei einem wegzug ändern und in kontakt treten muss. hier sollte es neue lösungen geben (für ein kleines projekt bei mir anfragen).
  • firmenängste:
    das management sieht, wie sich kunden zusammentun, communities bilden und neue kommunikationsformen gebildet werden, in denen über produkte, dienstleistungen und geschäfte diskutiert wird. mindestens wird erkannt, dass eine konversation betrieben wird und davor fürchten sich die meisten firmen ungemein. wie dem begegnen? mit gesetz? mit einschränkungen? mit neuen, erweiterten agb’s? – ich glaube, hier müssen die firmen in allen bereichen noch viel lernen; das internet ist per se offen, frei und die leute tauschen sich auch dann aus über ihre erfahrungen, wenn die firma das verbieten will. das hat sich mehrfach bereits gezeigt. der kunde ändert sich und wem er vertraut. nicht mehr der firma per se.
    die kontrolle der konversation muss beim kunden erhalten werden bzw. zu ihm migriert werden, damit sie erfährt, was der kunde wünscht und wie er behandelt werden möchte und wie die firma mit ihm kommunizieren kann. dieser wandel wird eine grosse kulturelle erfahrung bringen und bedingt eine starke änderung.
  • grösste herausforderungen:
    erstens: kontrolle abgeben über die kommunikation. der kunde kommt auf die firma zu und nicht umgekehr.
    zweitens: kultur ändern zu einer ‘kundendominierten’ firma. der kunde ist das zentrum des ecosystems.
    drittens: die firmen – selbst die mit einem ‘customer centric’-approach sind sich dessen zwar bewusst, leiten aber keine aktiven veränderungen ein, da sie noch immer meinen, die kunden dominieren zu können. hier liegt das grösste potential noch brach, um die wahrnehmung über die akzeptanz hin zu einer umsetzung zu führen, so dass die firmen wirklich einen social crm (SCRM) ansatz verfolgen.

die gesellschaftlichen wandelungen in unserer zeit werden die ‘alten’ traditionellen kunden immer mehr abbauen – diejenigen also, die mit dem internet nicht viel anfangen können und sich auch dementsprechend dort nicht austauschen. diese generation wird dennoch immer mehr mit dem internet zu tun haben, da die ‘ubiquität’ der internet-enabled-geräte (smartphones, tablets, iPad…) weiter zunehmen wird und in das tägliche leben noch mehr eingreifen wird. die kommende generation, die mit dem internet aufgewachsen ist, wird die unternehmung vor die wahl stellen: entweder ihr schaut darauf, was wir, die kunden, über euch sagen und reagiert, oder wir wenden uns ab oder gründen eigene firmen, die das besser machen und UNS verstehen! period.

 

in den ferien in england gab’s wasser aus dem booths-warenhaus <link>. frisches wasser frisch von der quelle sagt der text. irgendwie hat mich das bild aber an etwas anderes erinnert. seht’s euch selbst an:

twitter wal auf der wasserflasche vom booths (gb)

ich glaub ich trau meinen augen nicht...

ist das jetzt beginnene social-media-pathologie oder war das wasser vor twitter da mit dem logo? naja, egal, ich weiss es nicht. vielleicht jemand von euch.