mal ein bisschen was anderes:

wie kann man werbung machen für seminare für social media? die brasilianische agentur moma <link> hat sich dazu gedanken gemacht und entsprechende werbemittel gestaltet. interessant finde ich, dass – gerade wird das ja auch diskutiert im netz – damit die älteren personen mit bekannten szenarien und tonalitäten angesprochen werden. kannten wir diese werbungen nicht aus den 50ern (mit ‘wir’ meine ich die menschheit und nicht mich selbst)?

youtube z.b.:

…the most charming and magnificient way to entertain the whole family.

das ist doch mal eine ansage und definition.

und das gadget bei twitter ist einfach der hammer. iphone gone 50ies! einfach nur genial.

 

nachdem mit dem frühen crm adopter paul greenberg <link> die gründung des begriffes ‘social crm’ vor etwa einem jahr geschehen ist, wird in einem interessanten videobeitrag von lithium corp auf die kurze geschichte von social crm bzw. SCRM in diesem video eingegangen. SCRM, das noch immer evolving, im begriffe ist zu entstehen, wo noch immer am framework gearbeitet wird und viele details noch immer offen sind. dennoch glaube ich, dass SCRM die wirtschaftswelt und die art, wie unternehmen mit kunden und mehr noch umgekehrt der kunde mit der unternehmung selbst kontakt aufnimmt, verändern wird. essentiell ist dabei zu verstehen, dass die unternehmung auf die – je nach kundenart – schwachen oder starken signale hören muss, diese wahrnimmt, verarbeitet, bewertet und mit geeigneten lösungen in den entsprechendne kanälen aktiv wird. SCRM ist eine neue denweise, wie die macht des kunden und der vielen durch die unternehmung genutzt werden kann, aber so, dass auf beiden seiten mehrwert generiert wird. hier ist der key zum erfolg.

erläuterungen zum video

verschiedene interessante aspekte werden im video beleuchtet:

  • social crm besteht grundsätzlich aus drei elementen:
    dem ‘sozialen’, kundenorientierten und zusammenarbeitsbasierten modell der community oder einzelpersonen mit den entsprechenden werkzeugen und prozessen. dem wort ‘crm’, welches ja primär durch die unternehmen zur – salopp gesagt – durchleuchtung des kunden genutzt wurden und den ‘unternehmen’ selbst, die aber – nach einschätzung von paul greenberg – den anschluss wie verpasst haben und nicht bereit für die veränderten parameter sind. dies gilt vor allem und zuerst für die internen prozesse in der unternehmung. sei es die durchdringung mit echten ‘customer focus’ oder auch die offene, authentische kommunikation zuzulassen, die unabdingbar ist, wenn die unternehmung als objekt, einheit gesehen wird, die der durch den kunden initiierten kommunikation dient und bereitzustehen hat. diese änderungen sind trotz der vielen multi-channel-strategien, kommunikations- und marketingprojekte sowie der vielgestalten service- und crm-projekte noch immer zu wenig zum management durchgedrungen.
  • wenn mit social crm ebendiese art der kommunikation aus der unternehmung heraus gemeint ist:
    dann setzt das voraus, dass die mitarbeitenden in der unternehmung selbst dazu befähigt, berechtigt und auch mit entsprechenden tools ausgerüstet werden, diese kommunikation zu bewerkstelligen. mit social media hat jeder mitarbeitende in der unternehmung diese möglichkeiten. die unternehmungen und vor allem das management selbst ist aber noch immer zu reluktant gegenüber dem einsatz und sieht noch immer zu sehr sales und marketing im vordergrund. silos müssen durchbrochen werden, damit die inhalte und daten frei fliessen können. entweder schafft die unternehmung als einheit die grundlagen dafür, oder engagierte mitarbeitende führen die entsprechenden aufgaben selbst privat im namen der unternehmung durch. so geschehen während der aschewolke im flugverkehr. dies ist aber nicht der rechte weg. die unternehmung selbst muss mittel bereitstellen.
  • es gibt zur zeit zwei ‘wege’:
    erstens: firmen, die das operative crm einführen (möchten) oder dabei sind entpsrechende projekte zu starten. diese wollen erstmal ihre lösungen lauffähig und funktional erhalten und auf der anderen seite sehen, dass ihre kunden ‘auf der anderen seite miteinander kommunizieren’ und hier lösungen suchen. sie sehen aber den integrierten approach überhaupt noch nicht. ich glaube, hier befinden wir uns zur zeit zu 90% in der schweiz und in europa. die zusammenhänge der daten, systeme, prozesse und deren auswirkungen auf die organisation wird nicht gesehen oder anerkannt. oder dann ist man zu sehr damit beschäftigt, das operativ-transaktionale crm ‘zum laufen’ zu bringen. hier liegt riesiges potential brach!
    zweitens: auf der anderen seite eine junge industrie mit neuen tools und werkzeugen im internet, die bereit für die ‘neuen, wilden’ unternehmen sind und für diejenigen auf der jagd sind, die noch kein operatives crm im einsatz haben. diese unternehmen sind sicherlich oftmals dadurch gekennzeichnet, dass sie den internet-kanal in extenso nutzen, um ihre waren zu vertreiben: sei es mode, gebrauchsgüter, lebensmittel oder andere mehr ‘geek’-orientierte artikel. dabei geht es darum, die neuen tools geschickt einzusetzen und zu nutzen, um in kommunikation, interaktion mit den nutzern und potentiellen kunden zu kommen. die bereitschaft der kunden/konsumenten, ihre daten frei zu geben für die unternehmenszwecke ist dabei essentiell. meines erachtens müssen hier neue opt-in-wege gefunden werden und auch die möglichkeit, dass der konsument nicht 1 million mal z.b. seine adresse bei einem wegzug ändern und in kontakt treten muss. hier sollte es neue lösungen geben (für ein kleines projekt bei mir anfragen).
  • firmenängste:
    das management sieht, wie sich kunden zusammentun, communities bilden und neue kommunikationsformen gebildet werden, in denen über produkte, dienstleistungen und geschäfte diskutiert wird. mindestens wird erkannt, dass eine konversation betrieben wird und davor fürchten sich die meisten firmen ungemein. wie dem begegnen? mit gesetz? mit einschränkungen? mit neuen, erweiterten agb’s? – ich glaube, hier müssen die firmen in allen bereichen noch viel lernen; das internet ist per se offen, frei und die leute tauschen sich auch dann aus über ihre erfahrungen, wenn die firma das verbieten will. das hat sich mehrfach bereits gezeigt. der kunde ändert sich und wem er vertraut. nicht mehr der firma per se.
    die kontrolle der konversation muss beim kunden erhalten werden bzw. zu ihm migriert werden, damit sie erfährt, was der kunde wünscht und wie er behandelt werden möchte und wie die firma mit ihm kommunizieren kann. dieser wandel wird eine grosse kulturelle erfahrung bringen und bedingt eine starke änderung.
  • grösste herausforderungen:
    erstens: kontrolle abgeben über die kommunikation. der kunde kommt auf die firma zu und nicht umgekehr.
    zweitens: kultur ändern zu einer ‘kundendominierten’ firma. der kunde ist das zentrum des ecosystems.
    drittens: die firmen – selbst die mit einem ‘customer centric’-approach sind sich dessen zwar bewusst, leiten aber keine aktiven veränderungen ein, da sie noch immer meinen, die kunden dominieren zu können. hier liegt das grösste potential noch brach, um die wahrnehmung über die akzeptanz hin zu einer umsetzung zu führen, so dass die firmen wirklich einen social crm (SCRM) ansatz verfolgen.

die gesellschaftlichen wandelungen in unserer zeit werden die ‘alten’ traditionellen kunden immer mehr abbauen – diejenigen also, die mit dem internet nicht viel anfangen können und sich auch dementsprechend dort nicht austauschen. diese generation wird dennoch immer mehr mit dem internet zu tun haben, da die ‘ubiquität’ der internet-enabled-geräte (smartphones, tablets, iPad…) weiter zunehmen wird und in das tägliche leben noch mehr eingreifen wird. die kommende generation, die mit dem internet aufgewachsen ist, wird die unternehmung vor die wahl stellen: entweder ihr schaut darauf, was wir, die kunden, über euch sagen und reagiert, oder wir wenden uns ab oder gründen eigene firmen, die das besser machen und UNS verstehen! period.

 
a little bit sheepish today for the customers?

aktivität ist das, was erfolg macht. oder so. feeling a bit sheepish lately?

was können firmen machen, wenn sie sich ihre reputation im social-media umfeld zerstört haben? oder anders gesagt – was können firmen nach einem gau machen, wenn alle foren, blogs, twitter-meldungen und facebooks negativ eingestellt sind gegenüber der marke, der firma, dem produkt. das hat viel damit zu tun, welche crm-strategie eine firma fährt. offen und ehrlich und authentisch – wie mehrfach bereits erwähnt – oder eben nur rein auf pr und marketing- oder verkaufstechnische gegebenheiten ausgerichtet.

es geht nicht mehr länger nur um transaktionen, sondern um collaboration, um co-creation und die akzeptanz – oder besser die erkenntnis – dass kunden, die eine gewisse folgschaft aufbauen können im social web, wichtig genommen werden müssen. nicht sollen; müssen! wir, die kunden, sind nicht länger eine inhomogene masse, sondern wir können uns über twitter austauschen, über facebook organisieren und über blogs die suchresultate in den googles dieser welt verändern. es geht darum, die ‘clanführer’ zu erkennen und diese offen, ehrlich, authentisch und ohne verkaufs-blabla zu informieren. die harschen worte sollen mir für einmal vergeben werden.

wenn aber der gau eintritt, und die marke, das produkt oder die dienstleistung schon negativ konnotiert ist, gibt es dennoch möglichkeiten, wie eine firma begegnen kann – also so eine art von retrospektiver wiedergutmachung?

  1. prinzipiell ersteinmal kaum. es geht darum, dass die firma wieder vertrauen herstellt. und wie kann das gemacht werden, als nur durch die firma selbst. daher muss die unternehmung versuchen, ihren namen wieder aktiv in den griff zu bekommen und aktiv zu kommunizieren. und wenn nur publiziert wird, dass das problem untersucht wird und alle möglichkeiten untersucht werden, um die situation nicht wieder erscheinen zu lassen. am besten bevor (!) die gesamte social media welt davon erfährt. konsistente kommunikation ist das stichwort. pr, marketing, sales, c-levels, blogs, foren und alle anderen kanäle müssen das gleiche und im gleichen ton kommunizieren. klare nachrichten für alle interessierten geben der marke wieder eine bessere seriösität.
  2. wie man in diesen medien kommuniziert ist auch wichtig. zugeben, eingehen und alle beschwerden ernst nehmen. zugeben des fehlers unterscheidet noch immer die spreu vom weizen. und es bedeutet auch einen kulturwandel in der firma. fehler zugeben zu können ist ein zeichen echter grösse. und nicht, dass das management, das c-level immer nur abkommandiert und sich selbst versucht unbeschadet zu halten. zugeben, fehler zu machen und diese nicht zu vertuschen überrascht (noch) im kundenservice. und baut vertrauen auf, wenn die lösung auch präsentiert werden kann nach einiger zeit.
  3. aber eben – das hilft manchmal alles nichts. daher ist es gut für die firme, wenn sie den verärgerten kunden, prospects, interessierten… einen eigenen platz gibt, wo sich diese aus-ärgern können. facebook, twitterchannel oder blogs, foren, youtube – einfach nutzbare medien, um ihrem ärger luft zu machen. nicht nur wird dadurch die analyse für die unternehmung einfacher, sondern es ist auch eine direkte möglichkeit zur antwort gegeben. sonst benötigen sie komplexe analysewerkzeuge für social media oder ein umfassendes crm. antwort geben auf seinem eigenen claim – das ist die hohe kunst. daneben können die erfahrungen und ergebnisse direkt in ein know-how-system einfliessen.
  4. wenn man sich entschuldigt, sollte man es so meinen und nicht einfach nur tun, um ruhe in das problem bringen zu wollen. denn der verärgerte kunde… wird dies merken und sich einschiessen. die firma muss im kundendienst, auf dem blog, in aller präsenz aufmerksam machen, dass das problem behoben wird und dem fehler nachgegangen wird. aus fehlern lernen ist das stichwort – und dies auch kommunizieren. ehrlich, ungekünstelt und wirklich echt menschlich.
  5. wenn alles gar nichts mehr nutzt, dann kann es nötig sein, einen schritt vorwärts zu machen. investition in eine re-positionierung der marke und der firma, neue services oder eine neue marke mit klarem kundensegment-fokus mit direkt verbundenem kundenservice. von der transaktion zum erlebnis, zur zusammenarbeit, zum zusammen-kreieren.
  6. der aufbau von werten in der markt-kommunikation und in der unternehmens-kultur ist der wichtigste faktor, einem solch devasting event zu begegnen. nur eine starke, wertbasierte kultur kann dies wirklich gewinn- und langfristig auch bindend nutzen. authentizität, echtheit, andersartigkeit, stimmigkeit, konformanz, performanz und wert-orientierung sind hier stichworte.

was denkt ihr?

 

interessanter gedanke (link), aber durchaus ökonomisch nachvollziehbar und durchaus eben auch im crm-umfeld sehr wichtig: welche kunden sind wirklich noch wirtschaftlich tragbar?

Not all clients are good clients. Some are toxic…and you can recognize them by how much they complain and how much they bring down you mood.

gerade im finance-sektor zeigt sich, dass mehr als 60% der kunden nicht wirklich einen grossen beitrag zum roi bzw. zum ebit bringen. was mit diesen kunden anfangen? heute gibt’s ja genügend modelle: versicherungen machen einfach zweit- oder drittmarken auf, wo sich die leute dann wieder wohl fühlen bei weniger betreuung. oder dann gibt man einfach die ‘vergifteten’ kunden an seine konkurrenz. oder im b2b-umfeld? naja, hier muss man sich dann ja mal von der beziehung trennen und diese einfrieren. wichtig ist aber immer, genau zu analyiseren, wann der geeignete zeitpunkt gekommen ist.

meines erachtens gilt es hier auch wieder, innerhalb einer matrix zu agieren. auf der einen achse das potential bei einer erfolgreichen beziehung (tief/hoch) und auf der anderen achse z.b. die summarisch aufgelaufenen aufwände (tief/hoch). oder je nach modell auch die bestehenden gewinnanteile (tief/hoch). oder dann – ein mehr ‘social’ modell – die möglichkeit des nicht-mehr-gewünschten-kunden im social-web kundzutun und seine entsprechende vernetzung dortdrin – also die fähigkeit des ‘potentials’, sich negativ zu der eigenen unternehmung zu äussern und dies auch vielen personen kundzutun. oder dann – wie in dem genannten artikel auch vorgeschlagen – die anzahl beschwerden, die zuletzt (definiere zeitspanne selbst) durchgeführt wurden. obwohl – ich würde beschwerden dazu nutzen, mich selbst zu optimieren und das feedback auch im verkauf eben nutzen. ausser der feedback ist wirklich immer gleich negativ. das gibts auch.

um in der akquisephase kunden aufzugeben braucht mut. aber auch kennzahlen. wie oft habe ich versucht anzurufen? wie oft wurde ich abgewiesen? welche fragen hatte der kunde? welche beschwerden? wie oft beschwerte er sich über dasselbe (…autsch..das ist ja auch unser fehler)? bestehende kunden sind da klarer zu klassifizieren. auf der einen seite eben die ‘geschichte’ mit dem kunden: die käufe, serviceverträge, bezogene dienstleistungen und das entsprechende entgelt sowie der gewinnbeitrag [hier finde ich das modell des eva sehr spannend, den man - angepasst - auch für kundenbeziehungen anwenden kann].

einen wichtigen aspekt dabei gilt es zu beachten: gerade dass ich keine beziehung mehr mit meinem kunden eingehen will sollte ich mit frühindikatoren auch feststellen können und entsprechend mittelfristig bereits planen und lenken und informieren. lasse deinen kunden nie im ungewissen. egal was du machst. that’s key!

 

auch in europa wird crm 2.0/ social crm immer mehr zu einem begriff, der die unternehmen und das management beschäftigt. dabei sind verschiedene ausprägungen zu beobachten, die seinerseits auch wieder durch firmen wie oracle beeinflusst werden, die vor allem in grossen unternehmen einen grossen einfluss ausüben können. die präsentation der verschiedenen 2.0-enabled funktionen führt dabei oft dazu, dass nur teilaspekte von crm 2.0 bzw. social crm betrachtet werden. Continue reading »