immer wieder die frage, warum social media und warum einsteigen. naja, sicherlich gibt’s für gewisse unternehmen viele gründe, nicht in das social network einzusteigen. vielleicht, weil das geschäft per se im dunkeln bleiben soll oder die kunden nicht offen werden wollen oder eben keine probleme vorhanden sind in der kundenkommunikation. oder man meint es. oder dass das thema nicht dermassen gestaltet ist – finance ist wohl so ein Beispiel wo dieser gedanke immer wieder aufkommt. aber ist nicht gerade hier einer der aspekte von social media spannend: monitoring bzw. lernen über den kunden und über viele kanäle und medien mit ihm zu interagieren?

social media in 2 minutes – cooles video mit fetzigem sound. schon ein bisschen älter, aber ein paar gründe gibt’s:

 

die applikation blippar ist zur zeit in aller munde, da sie potentiell die aktuell noch so gehypten qr-codes bereits schon wieder überflüssig machen könnte. anstatt kompliziert eine information in einen 2d-code zu verpacken, diesen dann in ein heft, eine zeitung oder auf eine werbung aufzudrucken und dann die rezipienten wiederum den code photographieren und dann in einem browser oder einer applikation informationen anzeigen zu lassen, geht blippar einen schritt weiter. ähnlich wie kooaba wird mit der applikation auf dem smartphone – geplant sind android und iphone-versionen – das werbebild bzw. die seite mit der kamera eingelesen und entsprechend über ‘modernste, innovative bilderkennung’ identifiziert und hinterlegte zusatzinformationen angezeigt. diese können dann z.b. Continue reading »

 

ikea-möbel stehen ja nicht gerade aus der masse heraus – sie sind einfach, funktional und in ein paar farben zu bekommen. was aber bis jetzt auf der strecke blieb, war das design. sicherlich, es gibt ein paar motive für die türen und die für billy erhältlichen durchsichtigen glastüren können auch mit eigenen bildern bestückt werden. damit hat sich’s aber auch.

nun hat eine kleine, feine firma mit einer grossen idee eine dienstleistung entwickelt, die genau diese lücke schliesst. einfach und eben auch wiederum im social media umfeld mit crowdsourcing, co-innovation und collaboration aber auch mit der möglichkeit, selbst geld zu verdienen: MyKea ermöglicht es, dass IKEA-möbel aus diversen produktreihen wirklich kundenspezifisch angepasst werden können und die designs – falls man es denn will – auch wiederum online verkauft werden können. MyKea ist eine dänische unternehmung, die personalisierung, innovation, crowdsourcing, customer engagement, coproduction und coearning verbindet. der slogan von MyKea ist einfach und klar:

say NO to NAKED furniture

MyKea bietet neben den üblichen shop-funktionen (ich kaufe bestehende designs für meine IKEA-möbel) auch eine plattform, wo sich jeder als ‘künstler’ betätigen kann (ich verkauf’ meine designs). dafür wird einfach ein design-kit runtergeladen (photoshop oder illustrator) und dann kann’s auch schon losgehen mit dem designen und möbel personalisieren. so kann man eigene bilder, illustrationen, ideen, designs etc entwickeln und dann auch wieder hochladen auf die thisismykea.com-plattform. damit kann man entweder nur sich selber etwas gutes tun oder sein eigenes design dann auch zur verfügung stellen. wenn davon verkauft wird, bekommt man auch etwas zurück von MyKea.

die einfachheit der umsetzung – versandt werden entsprechend geschnittene folien, die dann in einem einfachen prozess aufgetragen werden können.

auszug aus der kollection bei MyKea

es wird damit direkt ein zielbündel verfolgt:

  • personalisierung von gegenständen ist ja auch ein zeichen von social media bzw. social living.
  • tauschen und bewerten von designs – so kann sich jeder als möbeldesigner betätigen, ohne dass die schreinerlehre gemacht werden muss.
  • coearning bzw. beteiligung am verkauf und umsatz der eigenen designs. was der community zur verfügung gestellt wird und durch eine person an meinem design bestellt wird, davon bekomme ich einen anteil. meine idee bleibt meine idee.
  • community-driven design plattform für IKEA-möbel. hier können sich designer, künstler nun auf einem neuen gebiet austoben und gemeinsam basierend auf bestehenden langweiligen möbeln neues kreieren. kunden von IKEA – der ich ja sein muss – werden so noch mehr mit IKEA verbunden und erhalten möglicherweise im gegenzug dafür mehr kudos und auch einen monetären betrag über MyKea zurück. eine wirklich geniale koexistenz und ich denke, dass man das noch auf weitere gebiete ausdehnen könnte.

vor allem bei letzterem fragt man sich, warum IKEA selbst nicht auf die idee gekommen ist. ich glaube, dass es da einfach auch ein lock-in im denken gibt und dass sich IKEA auf die masse konzentrieren muss, damit sie billig bleiben können. und – warum gibt’s das nicht öfter? bei laptops gibt’s ja – mindestens für alu-macbooks – solche services im kleinen auch. bei autos – nunja, hier ‘hilft’ sich ja jeder auch irgendwie. wieso aber nicht auch dort im sinne einer community folien, designs, ausstattungselemente gemeinsam kreieren, umsetzen, vertreiben? also bestehende produkte in einer gemeinsamen plattform ‘aufzumotzen’.

MyKea bietet potentiell die möglichkeit, diesen service auch weltweit zu nutzen; die limite ist wohl die post und der zoll und entsprechende gebühren. auch hier sollte es mal endlich zeit werden, dass sich diese organisationen überlegen, wie sie social media bzw. der community beihilfe leisten könnten. (das nur als nebenbemerkung). immerhin – IKEA gibt’s weltweit. warum also nicht auch MyKea?

jetzt frage ich mich einfach, wie IKEA darauf reagieren wird. ob überhaupt und wenn wie. positiv? negativ? unterstützend? aufkaufend? – ich hoffe, sie begreifen das potential und es fällt nicht irgendeinem juristen ein, wegen ‘intellectual property’ oder ähnlichem zu klagen.

ich geh jetzt gleich mal mein eigenes design machen…

claim of influence: dieser post wurde stark beeinflusst vom beitrag von christophe van bael über MyKea; thnx christophe

 

obwohl social media in aller munde ist und alle firmen davon nicht genug bekommen können oder noch daran sind, alle kanäle aufzubauen, gibt es eine interessante liste von firmen, die trotz hoher marketing-budgets und grosser anstrengungen den grundsatz noch immer nicht begriffen haben:

höre auf deine kunden und nimm die durch sie angefangene kommunikation über dich als firma mit deinen produkten und dienstleistungen ernst! reagiere zeitgerecht darauf und sei ehrlich und transparent.

sicher, der satz ist plakativ. aber es ist nun mal so, dass die wahrnehmung des marktes durch die medien geprägt wird und dass das wachstum der social media sehr hoch ist. abwiegeln, gegensteuern, abstellen, ausmachen, juristerei und anderes hilft da nicht mehr. es geht um werte, liebe firmen; um kultur. und letztlich um euren gewinn.

aber die chronologische liste von Jeremiah Owyang <link> füllt sich immer mehr. er hat sie “A Chronology of Brands that Got Punk’d by Social Media” genannt <link>. das sagt alles. die liste ist v.a. auf usa bezogen.

gibt’s irgendwo noch eine europäische liste? das wäre doch auch noch spannend.
kommentar oder mail an me[at]dpschmidt genügt.

 

in den siebziger und achtiger jahren war vielen von uns zu hause ein tag sehr wichtig. der tag, an dem das neue reader’s digest-heftchen zugeschickt wurde. die buchauszüge, geschichten, witze und manchmal sogar dokumentationen waren immer recht spannend. reisserisch und b-niveau, aber für mich immer erholung pur vom schulalltag.

leider macht reader’s digest in letzter zeit mehr mit spam und schlecht gemachten gewinnspielen auf sich aufmerksam, als mit wirklich guten aktionen. hier, hier, hier und hier als beispiele. und jetzt ich auch.

was also tun? eine briefmarke will ich nicht wirklich verschwenden und so versuch ich’s halt mal mit der e-mail-adresse, die auf der reader’s digest – kundendienst-seite angegeben wird, ohne wirklich eine antwort zu erwarten. hier mein – offen und ehrlich etwas genervtes – schreiben an die dortigen mitarbeitenden:

Betreff: gewinnpostblabla von r’d
sehr geehrte damen und/oder herren.

schon wieder ein solch lapidar-dümmlich-angestrengt-drückender-dummdreister gewinnbrief von readers digest im briefkasten!

ich möchte umgehend aus ihrer datenbank für irgendwelche aktionen im zusammenhang mit readers digest und deren angehängten firmen oder subunternehmen gelöscht werden. löschen sie meine adressdaten aus ihren systemen – sei es die postalische oder diese e-mail-adresse.

irgendeine nummer auf meinen sogenannten ‘gewinnbrief’ gefällig? x xxxxxxxx xxxxxx xxxx xxxx 02241 bzw. die adressinformation xxxxxstrasse 11 und der name xxxxx sollten reichen für eine löschung.

ich wünsche KEINE weitere informationen auf KEINERLEI kanälen (brief, mail, telefon…) mehr.

ich bitte sie, dies zu respektieren und mir KEINERLEI weitere informationen zuzusenden!

mit gruss

xxxxxxxxxx

danach dann die folgende automatische antwort mit dem entsprechenden newsletter-gewinn-opt-in-text am ende. NERV, das gehört nicht in den kundenservice-bereich oder in die antwort rein. wenn ich schon so schreibe, will ich sicher nichts mehr mit dem zeug zu tun haben. liebe reader’s digest – es gibt inzwischen tools – auch open source – die eine brute-force-analyse des textes und des sentiments machen können. das kostet nur wenig zeit und administrationsaufwand! aber so könntet ihr schonmal die guten und schlechten unterscheiden, gell! also hier die antwort:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit bestätigen wir den Eingang Ihrer E-Mail.

Wir werden Ihr Anliegen innerhalb der nächsten Tage bearbeiten.

Übrigens, Reader’s Digest bietet Ihnen einen unverbindlichen und kostenlosen E-Mail-Service. Damit Sie anderen immer einen Schritt voraus sind, informieren wir Sie über interessante Angebote, Schnäppchen und Gewinnspiele mit besonders attraktiven Preisen und geben Ihnen auch online Einblick in die aktuelle Gewinnerliste. Seien Sie dabei und melden Sie sich an unter www.readersdigest.de/newsletter sofern Sie noch nicht eingetragen sind.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Reader’s Digest Kundenservice

Anmerkung:
Dies ist eine automatisch generierte E-Mail. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Kundenservice unter der E-Mail-Adresse kundenkontakt@readersdigest.de

dann, knapp einen tag danach eine mehr oder weniger personalisiert-persönlich geschriebene nachricht vom ‘reader’s digest customer care center’-mitarbeitenden. die leichte ironie – ob beabsichtigt oder nicht – im ersten satz hat mir echt ein lächeln aufs gesicht gezaubert.

Sehr geehrter Herr Schmidt,

vielen Dank für Ihre wichtige Nachricht!

Sie erhielten eine Werbesendung von uns, denn wir schreiben hin und wieder mögliche neue Interessenten an, um diesen unsere Verlagsprodukte (und die Teilnahme an unserer Gratisverlosung) anzubieten.

Sollte Sie unser Angebot nicht interessieren, respektieren wir dies selbstverständlich. In diesem Fall brauchen Sie einfach nicht auf unsere Werbung zu reagieren. Wir werden Ihnen dann keine weiteren Sendungen mehr zustellen. Bitte beachten Sie jedoch: Den Versand von Werbepost, die sich bei uns bereits im Postvorlauf befindet, können wir nicht mehr stoppen. Danach erhalten Sie keine Werbung mehr von uns.

Reader`s Digest hält sich selbstverständlich an die gesetzlichen Bestimmungen. Wir nutzen die legalen Wege der schriftlichen Werbung und nutzen öffentlich zugängliche Adressen, bei denen uns kein Widerspruch vorliegt. Wir arbeiten nur mit Firmen zusammen, die dem DDV (Deutschem Direct Marketing Verband) angeschlossen sind und dem Bundesdatenschutzgesetz unterliegen.

Ihre Daten werden bei uns zur Bestellverarbeitung und Verlosungsteilnahme unter strikter Einhaltung des Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet. Reader’s Digest beauftragt nur Partnerfirmen mit Service oder Produktionsaufgaben, die auf Basis des deutschen bzw. europäischen Datenschutzrechtes arbeiten. Alle Unternehmen, die mit Daten von uns in Kontakt kommen, werden regelmäßig geprüft.

Mit freundlichen Grüßen
Dietrich Beutner
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Reader’s Digest Customer Care Center
Web: http://www.readersdigest.de
Verlag Das Beste GmbH, AG Stuttgart HRB 1453
Geschäftsführer: Werner Neunzig
393630-4590139

ok – mal schau’n ob sich das ganze auf die gute art löst. ich hoffe es.

akzeptiert ist noch ein brief einen tag später, der im briefkasten war. wenn ich jetzt aber innerhalb der nächsten vier wochen noch mehr wie zwei briefe erhalte, schreibe ich wieder, und wieder, und wieder…

nebenbei bemerkt:

es ist nicht die feine art, auf der website für die e-mail eine .ch-domainendung anzugeben, obwohl die e-mail dann aber direkt nach deutschland mit einer .de-domain ausgelöst wird. seid doch so ehrlich und schreibt auch auf der website hin, was ihr dann im e-mail-programm anzeigt. das wäre nett. und übrigens: eine e-mail-weiterleitung über eine .ch-domain nach deutschland ist auch nicht teuer. sogar fast gratis…

also – hier weiter auf dem laufenden über die weiteren ereignisse.

und was sind eure erlebnisse mit dem reader’s digest gewinnspiel-scam?