in einer interessanten diskussion konnte ich meinen zweiten kleinen teil zu social crm im b2b-umfeld platzieren. interessant war dabei, dass der fokus mehr darauf lag, selbst aktiv sich zu beteiligen und nicht wie oftmals im c2c bzw. b2c-umfeld, dass es um analyse und reine marketing-aktionen ging im social media umfeld. hier konnte wirklich darüber diskutiert werden, welche strategien verfolgt werden können, wie plattformen aussehen und ob und wie auch open source lösungen valable instrumente anbieten können. mehrwert für interessierte kreise war der fokus.

spannend auf jeden fall und in der gesprächsentwicklung hat sich bei mir etwas verfestigt: ich glaube an b2b für social media – auch deshalb, da wir es dort mit einem affinen umfeld zu tun haben, das schon immer mehr über seine gegenüber erfahren musste und auch mehr in der kommunikation mit interessierten personen freigab. ich glaube, dass social media im b2b-umfeld eine beinahe grössere rolle erhalten könnte (relativ gesehen) als im b2c-bereich.

hier nun meine präsentation, die auch auf slideshare liegt.

 

wenn mit social crm (SCRM) eine vollumfassende abdeckung aller aspekte im kundenkontakt gemeint wird und die abdeckung des durch den kunden initiierten gesprächs mit einer unternehmung integriert gesehen wird, glaube ich inzwischen, dass es keine implementierung gegeben hat. das ist auch normal. wir befinden uns im SCRM thema noch in den anfängen und wenn wir annehmen, dass für das ‘normale’ crm eine erstimplementierung im sinne der grundlegenden definition von crm erst nach mehr als fünf jahren realisiert wurde, werden wohl noch einige jahre ins land ziehen, bevor sich SCRM erstmals als projekterfolg feiern lässt.

andererseits wird der markt entsprechend gepusht – und auch firmen, die bisher im medienmarkt unterwegs waren, brüsten sich mit fähigkeiten im crm-umfeld. wiederholt sich die geschichte einmal mehr? social crm ist eben nicht nur einfach ein anflanschen von social media-elementen und der damit dann zusammenhängenden abbildung des netzwerkes einer person oder einer unternehmung bzw. eines entsprechenden gefüges.

social crm hat mit vertriebskonzepten, -kanälen, -kommunikation, -gespräch zu tun und damit, informationen, die vom kunden freigegeben werden – und diese welche eine unternehmung bereits hat – logisch miteinander zu verknüpfen und dem kunden eine plattform anzubieten, in kontakt zum unternehmen zu treten. analyse von kundenkommunikation im social media ist da probat, aber nicht abschliessend. immerhin versuchen anbieter, das kundenverhalten im social media zu erfahren – ein erster schritt zum guten hin.

bisher bin ich aber stets dem verdikt von ‘anbindung an social media kanälen an mein {crm|contact center|service center|sales|buying} (auswahl frei) genügt mir vollauf-anspruch begegnet. da ist aber mehr. bei social crm geht es das erste mal darum

  1. daten aus verschiedenen medien und kanälen zu erfassen und zu messen bzw. die kommunikation aufzunehmen, die vom kunden her initiiert wird (listen)
  2. diese daten zu analysieren und logisch aufzubereiten (analyze)
  3. dem kunden/interessenten/lead antworten (mehrwert) zu bieten (act)
  4. und zu hören, was der kunde gemeinsam mit anderen im markt und mir als unternehmung entwickelt und zusätzlich bietet (learn)
  5. und danach in der kommunikation mit dem kunden und dem markt mehrwert zu bieten, offen und ehrlich über seine angebote und dienstleistungen zu sprechen bzw. auch auf kritik einzugehen (participate)
  6. daraus herauskommend ist es dann der gesprächsinitiator, der prospekt, lead, die opportunity, der ‘hoffentlich-zum-kunden’-werdende, der von sich aus dann mit der unternehmung in eine geschäftsbeziehung tritt (monetarize)
  7. und aus der initiierten geschäftstransaktion heraus entsteht dann die hoffentlich langanhaltende beziehung zwischen kunde und unternehmen. beide sind daran interessiert, die positiven eigenschaften des geschäfts herauszustellen. (relationship)
  8. und jetzt fängt der nette kreis wieder von vorne an. beide partner lernen einander kennen und müssen wieder voneinander zuhörend aufeinander zugehen (listen)…

ich weiss und bin mir bewusst, dass der sechste punkt schlimm tönt – ‘monetarize’ – dennoch ist es wohl das ziel jeder geschäftsmässigen kommunikation, güter auszutauschen – dienstleistungen gegen bezahlung, produkte gegen bezahlung etc. der (echte) interessierte marktteilnehmer ist sich dessen bewusst. und die unternehmung eh. UND der unterschied ist, dass hier der ‘zu-werdende-kunde’ durch die social crm-aktivitäten überzeugt wird, dass diese unternehmung und keine andere die richtige ist. da können social media-kanäle helfen und unterstützen.

was m.e. sehr wichtig ist, dass wir social crm als strategie und kultur verstehen, die eine unternehmung unabhängig von social media durchfliessen kann oder muss. es ist die überzeugung, dass nicht wir den kunden mit marketing, p.r. oder verkaufsaktionen überzeugen können oder müssen, sondern mit einer echten gesprächsform – kommunikation i.e.s. – die bedürfnisse gegenseitig verstehen und so die für beide parteien beste lösung erarbeiten können. irgendwie habe ich leider das gefühl, dass das in der ganzen diskussion verloren geht.

ja, social media kann dort einen beitrag leisten. es ist aber nicht der heilige gral, der mich von der pflicht befreit, mich jeden tag erneut in klarheit darüber zu bringen, welchen mehrwert ich meinen marktrezipienten bringen kann. denn den gral gibt’s nunmal nicht.

 

unglaublich. da gibt es directnet für internet-banking, wo das depot auch entsprechend verwaltbar ist. und wenn ich nun das depot saldieren möchte, um zu swissquote zu gehen, wird mir noch ein spesenbetrag von chf 100 belastet. nicht nur, dass ich das noch immer nicht im directnet machen kann, ich durfte (sic) ja noch einen brief schreiben. und weiterhin: ja klar, liebe credit-suisse; du musst ja soooo viel machen. etwa drei klicks mit der maus und fertig ist das ganze. da verstehe ich den betrag von chf 100 wirklich nicht.

ich verstehe immer noch nicht, wieso die banken damit loskommen, wieso es nicht einen aufschrei gibt. na klar, sie kann sich hinter irgendwelchen agb’s verstecken, wo sicherlich alles zu ihren gunsten ausgelegt ist. OBWOHL es doch heutzutage mit entsprechenden tools rasch und einfach geht. OBWOHL der kunde eigentlich alles selbst machen könnte – auch eine depot-auflösung. OBWOHL man alles klar beschrieben hat im brief trotzdem noch nachgefragt werden muss. OBWOHL die konkurrenz nicht schläft. und eben, dort werde ich jetzt meine aktien entsprechend halten. leider kein ‘full share of wallet’ für euch…

ach ja. natürlich gibts keinerlei kontaktinformation ausser einer ‘hotline’ auf dem pdf-buchungsdetail-sheet. (ich hätte jetzt fast ein anderes, quasi äquidistantes wort geschrieben)

nunja. morgen werde ich es halt mal direkt versuchen. ob wieder ein neues ‘kundenerlebnis’ daraus wird?

 

im englischsprechenden raum gibt es inzwischen viele gruppen und interessenvereinigungen, die sich im umfeld von SCRM (social crm) umtun. auf linkedin sind dies eben nur englischsprachige gruppen. das finde ich schade, da ich überzeugt bin, dass es auch im deutschsprachigen raum genügend interessenten, fachkräfte oder andere personen gibt, die sich im umfeld von SCRM austauschen möchten. deshalb habe ich eine gruppe auf linkedin gegründet, die sich mit dem thema SCRM beschäftigt und ich möchte hier alle ansprechen, sich auf http://www.linkedin.com/e/-u1djf3-gbnaqo6c-6a/vgh/3219525/ anzumelden, die sich für das thema interessieren.

ich möchte die diskussion ernsthaft, produkt- und beraterneutral und offen halten. neutralität bedeutet, dass es keine werbung geben darf, aber sicherlich neuvorstellungen, interessante whitepapers oder dokumente verlinkt werden dürfen. ernsthaftigkeit heisst, dass die voten der mitglieder per se ernst genommen werden (können) und kein bashing/flaming akzeptiert wird. offen heisst, dass ich mir eine mögliche öffnung in weitere gebiete (social media, collaboration…) offen halte möchte, wenn sich dies so ergibt.

denn nicht zuletzt lebt SCRM davon, dass wir offen und ehrlich, authentisch und transparent aufeinander zugehen und uns akzeptieren. das möchte ich auch in der neuen gruppe so halten.

—werbung–

Social CRM (in Deutsch) Mitglied

Social CRM (in Deutsch)

Gegründet am: 15. Juli 2010 | Andere | Mitglieder: 1

Social CRM (SCRM, SRM) ist die Ergänzung des operativen und analytischen CRM um die Einbindung der ‘Social Media’ bzw. der neuen Realität, dass der Kunde von sich aus über Produkte und Dienstleistungen einer Firma im Internet austauscht. Wir unterhalten uns über Produkte, Projekte, Erfahrungen, Ideen, gemeinsame Herausfoderungen und mehr. Produkt- und beraterneutral – aber gemeinsam und eben auch ‘social collaborative’.

 

obwohl social media in aller munde ist und alle firmen davon nicht genug bekommen können oder noch daran sind, alle kanäle aufzubauen, gibt es eine interessante liste von firmen, die trotz hoher marketing-budgets und grosser anstrengungen den grundsatz noch immer nicht begriffen haben:

höre auf deine kunden und nimm die durch sie angefangene kommunikation über dich als firma mit deinen produkten und dienstleistungen ernst! reagiere zeitgerecht darauf und sei ehrlich und transparent.

sicher, der satz ist plakativ. aber es ist nun mal so, dass die wahrnehmung des marktes durch die medien geprägt wird und dass das wachstum der social media sehr hoch ist. abwiegeln, gegensteuern, abstellen, ausmachen, juristerei und anderes hilft da nicht mehr. es geht um werte, liebe firmen; um kultur. und letztlich um euren gewinn.

aber die chronologische liste von Jeremiah Owyang <link> füllt sich immer mehr. er hat sie “A Chronology of Brands that Got Punk’d by Social Media” genannt <link>. das sagt alles. die liste ist v.a. auf usa bezogen.

gibt’s irgendwo noch eine europäische liste? das wäre doch auch noch spannend.
kommentar oder mail an me[at]dpschmidt genügt.